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Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 5) - Neue Perspektiven für Landschaft und Natur – das „Raumbild Freiraum und Landwirtschaft“ im Fachbeitrag indeland 2.0

14.08.2019 08:00
Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 5) - Neue Perspektiven für Landschaft und Natur – das „Raumbild Freiraum und Landwirtschaft“ im Fachbeitrag indeland 2.0

Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 5)
Neue Perspektiven für Landschaft und Natur – das „Raumbild Freiraum und Landwirtschaft“ im Fachbeitrag indeland 2.0

Wie wird das indeland in Zukunft aussehen? Wo entstehen neue Arbeitsplätze? Welche Orte bieten jungen Familien ein neues Zuhause? Wichtige Antworten auf diese Fragen liefert der Fachbeitrag indeland 2.0, den die Entwicklungsgesellschaft indeland (EwiG) im Juni 2019 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht hat.

Natur und Landschaft dienen im indeland nicht nur als Freiraum für Erholung und Ackerbau. Die Bördelandschaft mit ihren großen Feldern, grünen Flussauen, Badeseen und den markanten Erhebungen, der Goltsteinkuppe und der Sophienhöhe, vermitteln den Menschen in der Region auch Heimatgefühl und Identität. Die Städte und Gemeinden streben daher ein regionales Freiraumkonzept an, das die wichtigsten Merkmale der Region – Landwirtschaft, Freizeit und Klimaschutz – berücksichtigt. Im Fachbeitrag 2.0 haben sie ihre Ziele im „Raumbild Freiraum und Landwirtschaft“ zusammengefasst.

Umwelt- und Klimaschutz planen

Das Thema Freiraum ist im indeland von besonderer Relevanz, da in der Tagebauregion in der Vergangenheit viele schmerzhafte Eingriffe in das Landschaftsbild vorgenommen wurden. Felder, Wiesen, Büsche und Bäume mussten mancherorts der Bergbaulandschaft weichen. Diese Flächen sollen nach dem Ende der Braunkohleförderung renaturiert oder rekultiviert werden.

Wie die Landschaft nach 2030 aussehen wird, ist im Braunkohlenplan Inden der Bezirksregierung Köln festgelegt. Darin steht zum Beispiel, dass aus der Tagebaugrube ein „Restsee“ werden soll. Konkreter beschrieben werden die einzelnen Ideen im Rahmenplan Indesee. Der Masterplan 2030 für das indeland hat diese Vorgaben wiederum aufgenommen und in einen gesamtregionalen Kontext gebracht. Eines der Ziele: ein verträgliches Miteinander von Freiraumnutzung, Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz.

Landschaft vermittelt Identität 

Das indeland ist dabei insgesamt als Teil des Freiraumsystems im Rheinischen Reviers zu sehen. In diesem Kulturraum erwächst die Identität der Landschaft aus der Landwirtschaft und der durch sie geprägten „Offenlandschaft“. Diese Merkmale sollen auch künftig erhalten bleiben. Unter anderem mithilfe eines boden-, klima- und ressourcenschonenden Ackerbaus. Die Etablierung und der Ausbau neuartiger, umwelt- und klimaverträglicher Landwirtschaft in Kooperation mit bestehenden Forschungsstandorten ist ausdrückliches Ziel des indelandes. Gleiches gilt für die Verknüpfung landwirtschaftlicher Produktion mit dem Arten- und Biotopschutz.

Konkret haben die Städte und Gemeinden im „Raumbild Freiraum und Landwirtschaft“ folgende Ziele benannt:

  • Ziel 1 – Linnich/Jülich: Die landwirtschaftlichen Flächen in den Bereichen Linnich und Jülich sind mit Blick auf ihre multifunktionalen Leistungen als landwirtschaftliche Produktionsflächen zu erhalten und weiterzuentwickeln.
  • Ziel 2 – Linnich/Jülich: Die Entwicklung geeigneter Maßnahmen, um eine umweltverträglichere Landwirtschaft zu etablieren, soll im Diskurs mit den ansässigen Landwirten geschehen.
  • Ziel 3 – Niederzier/Jülich: In den Gebieten zwischen Niederzier und Jülich gilt es, mit der entstehenden Rheinischen Seenlandschaft eine Nahversorgungslandschaft mit hohem Freizeitwert zu gestalten, in der die Primärproduktion von Lebensmitteln erlebbar gemacht wird.
  • Ziel 4 – Niederzier/Jülich: Es soll ein multifunktionaler und vielfältiger Raum mit anthropogenen Freizeitnutzungen und hohen ökologischen Qualitäten (Biotopentwicklung und -vernetzung sowie Artenschutz in den Feuchtbereichen Ruraue, Seen und Seeverbindungen) entwickelt werden.
  • Ziel 5 – Niederzier/Jülich: Eine Integration der landwirtschaftlichen Flächen in ein intelligentes und nachhaltiges Flächenmanagement wird angestrebt.
  • Ziel 6 – Inden: Die im Masterplan als Research Farming ausgewiesene Fläche gilt es, für die Erforschung neuer Produktionsweisen unter extremen Bedingungenzu nutzen.
  • Ziel 7 – Inden: Nach vollendeter Rekultivierung gilt es, auf der Fläche Innovationen für eine ressourcenschonende Landwirtschaft mit hohen Ertragsquoten zu entwickeln und die Ideen der Circular Economy oder Bioökonomie industrieübergreifend anzuwenden.
  • Ziel 8 – Inden: Die ökologisch hochwertige Entwicklung der Inde und der räumlichen Vernetzungen zwischen den Seen, der Ruraue sowie der Inde bis hin zum Blausteinsee soll sichergestellt werden.
  • Ziel 9 – Aldenhoven: Die landwirtschaftlichen Flächen im Bereich Aldenhoven sind mit Blick auf ihre multifunktionalen Leistungen als landwirtschaftliche Produktionsflächen zu erhalten und weiterzuentwickeln.
  • Ziel 10 – Aldenhoven: Die Entwicklung geeigneter Maßnahmen, um eine umweltverträglichere Landwirtschaft zu etablieren, soll im Diskurs mit den ansässigen Landwirten geschehen.
  • Ziel 11 – Aldenhoven: Autonome landwirtschaftliche Produktionsformen (autonome Antriebe / Precision Farming) sind in die Entwicklung des Campus Aldenhoven miteinzubinden und flächenbezogen zu ermöglichen.
  • Ziel 12– Eschweiler/Langerwehe: Die vorhandenen und rekultivierten landwirtschaftlichen Flächen sind im Einklang mit Entwicklungsplänen zu nutzen.
  • Ziel 13 – Eschweiler/Langerwehe: Die landschaftlichen Elemente (Wälder, Wehebach, Inde) mit Verbindungswirkung in umliegende Gebiete sind zu schützen und in ihrer ökologischen Qualität zu entwickeln.

 

Dieser Blog-Artikel ist Teil einer Serie zum Fachbeitrag indeland 2.0:

  1. Fachbeitrag indeland 2.0 – Diese Ziele verfolgen die indeland-Kommunen
  2. Raumbild Wirtschaft und Arbeit – Neue Arbeitsplätze für die Region 
  3. Raumbild Wohnen und Leben – Neue Lebensqualität am Seestandort 
  4. Raumbild Mobilität und Infrastruktur – Neue Verbindungen schaffen 
  5. Raumbild Freiraum und Landwirtschaft – Neue Perspektiven für Landschaft und Natur 

 

Der komplette Fachbeitrag indeland 2.0 als Download:
www.indeland.de/downloads