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Wachstum unter gutem Vorzeichen – Siedlungsentwicklung und Strukturwandel im indeland

19.12.2019 08:00

Wachstum unter gutem Vorzeichen – Siedlungsentwicklung und Strukturwandel im indeland

Im Kreis Düren stehen die Zeichen auf Wachstum. Und davon profitieren auch die indeland-Kommunen. Vor dem Hintergrund des Strukturwandels ergeben sich durch den Zuzug neuer Bürger vielfältige Perspektiven für die Städte und Gemeinden. Die Wachstumsstrategie des Kreises unterstützt sie dabei, ihre eigenen Ziele im Bereich „Wohnen & Leben“ zu erreichen – und die wirtschaftliche Transformation erfolgreich zu gestalten.

„Wer nicht wachsen will, wird schrumpfen“ – so lautet das zentrale Credo des Kreises Düren, der Ende 2018 im Schulterschluss mit den Kommunen eine Wachstumsstrategie formulierte. Das Ziel: Bis 2025 soll die Einwohnerzahl im Kreis von derzeit rund 270.000 auf gut 300.000 steigen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die indeland-Kommunen, die aktiv Bauland und Gewerbeflächen zur Verfügung stellen und so Platz für Bauvorhaben schaffen.

Auf diese Weise wollen sie dem prognostizierten Schrumpfen der Bevölkerung entgegenwirken und die – durch den geplanten Kohleausstieg eingeläutete – wirtschaftliche Transformation mit Wachstumsimpulsen beflügeln. Ein Plus an Einwohnern ist schließlich nicht nur gleichbedeutend mit höheren Zuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs, sondern auch mit mehr lokaler Kaufkraft und einem lebendigen Gemeinwesen. Davon profitieren neben Einzelhandel, Gastronomie und Handwerk vor Ort auch die ansässigen Wirtschaftsunternehmen, die Mitarbeiter und Fachkräften ein attraktives Wohnumfeld bieten wollen.

Attraktives Wohnumfeld schaffen

Die Voraussetzungen für das Wachstum in der Region sind günstig. Die Wohnkosten sind im indeland im Vergleich zu den Ballungsräumen Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen niedrig. Das gute Angebot an Schulformen und Kita-Plätze, die weitgehend kostenlos sind, machen die Region attraktiv für Familien.

Viele indeland-Kommunen verzeichnen bereits heute eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Wohnraum aus den umliegenden Großstädten. Und die Städte und Gemeinden haben die Weichen gestellt, um angemessen auf den wachsenden Bedarf reagieren zu können. Unter dem Dach der Entwicklungsgesellschaft indeland vereint, verfolgen sie seit Längerem eine eigene Wachstumsstrategie. Im Masterplan 2030 haben sie es sich zum Ziel gesetzt, die Siedlungsflächen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Dabei geht es ihnen nicht einfach nur um mehr Einwohner. Im Mittelpunkt steht vielmehr eine Siedlungsentwicklung, die sich an qualitativen Maßstäben orientiert.

Nachhaltiges Wachstum fördern

Die Kommunen im indeland wollen die vorhandene Lebensqualität in den kleinen Ortsteilen erhalten. Der ländlich-dörfliche Charakter soll gezielt naturaffine Zuzügler anlocken. Anderswo liegt ein besonderer Fokus auf der ressourcen- und klimaschonenden Faktor X-Bauweise. Das gemeinsame Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum in einem attraktiven Wohnumfeld rund um den künftigen Indesee zu schaffen.  

Im Fachbeitrag 2.0 haben die Kommunen diese Zielsetzung konkretisiert. Die Schwerpunkte der interkommunalen Entwicklung liegen demnach in Inden und Jülich, stets mit der Ausrichtung zum späteren Indesee. Aber auch die anderen Städte und Gemeinden planen kleinere Siedlungsentwicklungen.

  • Inden: Die Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung sind bereits im Braunkohlenplan Inden II und dem Rahmenplan Indesee festgehalten. Das Wachstum konzentriert sich auf die Ortschaften Schophoven, Lucherberg, Inden/Altdorf und Lamersdorf (am späteren Uferbereich).
  • Jülich: Hier konzentriert sich das Wachstum zum einen auf eine Innenverdichtung der Kernstadt sowie auf die Entwicklung der südlichen Ortsteile (mit Ausrichtung zum späteren See- und Forschungsumfeld).
  • Aldenhoven: Geplant sind unter anderem kleinere Neubaugebiete mit Ein- und Mehrfamilienhäusern in den Ortschaften Aldenhoven und Siersdorf. Langfristig soll sich die Siedlungsentwicklung in Richtung See orientieren.
  • Eschweiler: In dem Mittelzentrum entsteht neuer Wohnraum sowohl für den Bedarf der eigenen Bevölkerung als auch als arbeitsplatznahes Angebot für die Arbeitskräfte der neuen Gewerbe- und Industriestandorte. Die Entwicklung konzentriert sich auf die Revitalisierung von Brachflächen, die Nachverdichtung und eine bedarfsgerechte Neuausweisung von Siedlungsflächen.
  • Langerwehe: Die Schwerpunkte liegen auf der Innenentwicklung und der moderaten Entwicklung neuer Bauflächen in Siedlungsbereichen mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
  • Linnich: Neben der geplanten moderaten Erweiterung der Kernstadt und der Innenentwicklung von Ortschaften im Stadtgebiet sind zur Abrundung bestehender Siedlungen auch kleinere Neubaugebiete möglich (z. B. in Körrenzig, Gereonsweiler und Tetz).
  • Niederzier: Geplant sind kleinere Siedlungsentwicklungen für allem im Ortsteil Huchem-Stammeln und Hambach, wo unter anderem Mehrfamilienhäuser und kostengünstige Wohnungen entstehen sollen.

Die Wachstumsstrategie des Kreises Düren bedeutet Rückenwind für die indeland-Kommunen. Im Einklang mit den anderen Städten und Gemeinden im Kreis werden sie die gesetzten Ziele eher erreichen. Das gilt nicht nur mit Blick auf „Wohnen & Leben“, sondern auch für die Pläne im Bereich „Wirtschaft & Arbeit“. Als wachsender Forschungs- und Innovationsstandort profitiert das indeland auch von den Zuzügen jenseits seiner Grenzen. Je mehr Menschen im Rheinischen Revier leben, desto leichter wird die wirtschaftliche Transformation gelingen.