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„Touristische Aktivitäten dienen der Aufwertung der Region“

Interview Freizeit und Naherholung - 29.04.2020 09:44
„Touristische Aktivitäten dienen der Aufwertung der Region“

Das indeland bietet viel Potenzial für Freizeit und Erholung. Mit dem Entstehen des Indesees gewinnt die Region als Ausflugs- und Urlaubsziel ein neues Profil. Der aufblühende Tourismus wird künftig einen Beitrag zu einem erfolgreichen Strukturwandel leisten. Die EwiG unterstützt diesen Prozess unter anderem mit der Gründung des indeland Tourismus e. V. Im Interview erläutert Sabine Spohrer, Projektmanagerin Freizeit und Naherholung bei der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH, wie die Attraktivität der Region für Besucher und Bewohner gesteigert wird.

Warum setzt das indeland auf den Tourismus?

Sabine Spohrer: Auf den ersten Blick ist das indeland keine klassische Tourismusregion. Doch es gibt hier schon heute ein industriekulturelles Erbe, das in dieser Form einzigartig ist. Wir haben also im Rheinischen Revier ein Alleinstellungsmerkmal, das sich touristisch entwickeln lässt. Dabei haben wir die einmalige Chance, den Raum als attraktiven Wohn-, Arbeits- und Freizeitstandort zu gestalten. Mit einer touristischen Entwicklung, die ja Hand in Hand mit den Planungen in den anderen Bereichen läuft, lässt sich der größte Mehrwert für die Region und die hier lebenden Menschen schaffen.

Worin liegt künftig die einzigartige touristische Attraktivität der Region?

Sabine Spohrer: indeland und Rheinisches Revier sind ja nicht nur Modellregion für das Erbe der Industriekultur, sondern auch für Energiewende und Nachhaltigkeit. Dazu kommt die künftige Seenlandschaft, die nicht zuletzt wegen der guten Anbindung für die Quellmärkte in den benachbarten Ballungsräumen sehr attraktiv sein wird.

Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Rheinische Seenplatte Gestalt annimmt. Welche Weichen müssen jetzt gestellt werden?

Sabine Spohrer: Eine reizvolle Seenlandschaft entsteht ja nicht, indem man Wasser in eine große Grube leitet. Es braucht auch einen sukzessiven Ausbau der touristischen Infrastruktur. Dabei darf jedoch nicht nur an künftige Hafenbecken oder Bootsanleger gedacht werden, sondern bereits in der Zeit der Zwischennutzung muss investiert werden. Dazu zählen zum Beispiel die Erschließung neuer Freizeitwege, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder auch der Ausbau des gastronomischen Angebots.

Welche Vorteile haben die Kommunen von der langfristigen Perspektive?

Sabine Spohrer: Neben dem Erhalt und dem Ausbau von Arbeitsplätzen geht es bei den touristischen Aktivitäten vor allem um eine ­Aufwertung der Region und um eine Steigerung der Lebensqualität. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird viel Geld in die Region fließen, und die Kommunen haben nicht nur die Möglichkeit, die Prozesse zu begleiten, sondern vor allem auch die Chance, den Wandel in der Region aktiv mitzugestalten.

Wie sind die Voraussetzungen?

Sabine Spohrer: Wir sind dabei, im indeland erste touristische Strukturen zu etablieren, und sind gut mit benachbarten Regionen und übergreifenden Organisationsformen ­vernetzt. Darauf werden wir in den kommenden Jahren mit dem indeland Tourismus e. V. aufbauen.

Welche Ziele stehen ganz oben auf der Agenda des indeland Tourismus e. V.?

Sabine Spohrer: Ein Schwerpunkt der Arbeit in den nächsten Jahren wird sein, das Profil des eigenen Images weiter zu schärfen. Dabei werden wir uns neben der Organisation von konkreten Angeboten verstärkt auch mit uns selbst beziehungsweise mit unserer regionalen Identität beschäftigen. Es geht um die Schaffung und Steigerung von Identifikation, Partizipation und Qualifikation in der Region selbst. Diese Aktivitäten werden sich nicht allein auf das Tourismusmarketing beschränken. Die Aufgabe der EwiG ist es, die Pläne und Maßnahmen aus verschiedensten Bereichen zu koordinieren und diverse Akteure zu vereinen.

Welche Chancen ergeben sich durch die Vernetzung mit anderen Tourismusorganisationen im Rheinischen Revier?

Sabine Spohrer: Das indeland allein wird keine Tourismusdestination sein können. Wir müssen also innerhalb des Rheinischen Reviers und mit den angrenzenden Regionen, etwa der Eifel, Gemeinsamkeiten bündeln und gegenseitig vermarkten. Von der Image­profilierung über die Fördermittelakquise und die Entwicklung übergreifender Angebote bis hin zur gemeinsamen Ausweitung der Quellmärkte gibt es viele Möglichkeiten für eine dynamische Netzwerkarbeit.

Weitere Informationen zur Arbeit des Projektmanagements Freizeit und Naherholung finden Sie im Jahresbericht 2019 der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH. www.indeland.de/downloads