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Revierknoten im Rheinischen Revier – das indeland leistet mit „Agrobusiness und Ressource“ einen wichtigen Beitrag für neue Arbeitsplätze

20.11.2019 11:48

Revierknoten im Rheinischen Revier – das indeland leistet mit „Agrobusiness und Ressource“ einen wichtigen Beitrag für neue Arbeitsplätze

Mit seinen Kompetenzen in den Bereichen Landwirtschaft und Ressourcenschutz bringt sich das indeland verstärkt in den Strukturwandel im Rheinischen Revier  ein. In dem neuen Netzwerk der sogenannten Revierknoten übernimmt die Entwicklungsgesellschaft indeland (EwiG) den Bereich „Agrobusiness und Ressource“. Sie ist damit verantwortlich für einen der Schwerpunkte des regionalen Wirtschafts- und Strukturprogramms (WSP) des Rheinischen Reviers, das die Region fit für die Zeit nach der Braunkohle macht. Zugleich soll es auch einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Modernisierung des Industrielandes Deutschland liefern.
„Für Agrobusiness und Ressource bietet das Rheinische Revier beste Voraussetzungen“, sagt EwiG-Geschäftsführer Jens Bröker, der den Revierknoten leitet. Bereits heute ist die Landwirtschaft in der Region auf Spitzenniveau aufgestellt, und Pilotprojekte in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz machen das indeland zur bundesweit beachteten Modellregion. „Beides belegt die gute Ausgangslage unserer Region für einen erfolgreichen Strukturwandel“, so Bröker. „Diese Expertise bringen wir gerne in die vor uns liegende Jahrhundertaufgabe ein.“


Agrobusiness und Bioökonomie
Unter dem Begriff Agrobusiness werden gemeinhin alle Wirtschaftsbereiche der Landwirtschaft zusammengefasst. Das heißt, es geht nicht nur um den Anbau und die Erzeugung von Nahrungsmitteln, sondern auch um deren Verarbeitung und Vermarktung. Weitere Ansatzpunkte sind ferner die Produktion von neuen Rohstoffen für die chemische Industrie oder der Einsatz von digitalen Systemen in der Bewirtschaftung von Agrarflächen.
Eine zentrale Rolle in der Region spielt dabei die vorhandene exzellente Forschungslandschaft mit dem Forschungszentrum Jülich  (FZJ), der RWTH, der FH Aachen und weiteren renommierten Institutionen im Umfeld sowie die Vision eines „Bioökonomie-Reviers “. Die Idee hinter diesem BioRevier:  Hier sollen sämtliche Bereiche von der Nahrungsmittelproduktion bis zur Herstellung von Chemikalien, Pharmazeutika und diversen Materialien gebündelt werden. Während die Wissenschaftler jedoch vor allem die Frage interessiert, wie diese Integration gelingen kann, geht es bei der Arbeit im Revierknoten sehr konkret um die Schaffung von neuer Wertschöpfung und zukunftssicheren Arbeitsplätzen. Das indeland kann hier viel Potenzial in den regionalen Strukturwandel einbringen.


Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft
Große Entwicklungschancen gibt es auch beim Aspekt Ressource, der bereits seit längerem von der Faktor X-Agentur in der EwiG intensiv bearbeitet wird. Zu den Schwerpunkten zählen Recycling und Kreislaufwirtschaft. So gehen vom ressourcenschonenden Faktor X-Ansatz bereits heute beispielsweise im Bausektor eine Vielzahl von zukunftsweisenden Impulsen aus. Von innovativen Baustoffen und -konstruktionen über digitale Planungssysteme bis hin zu nachwachsenden Rohstoffen gibt es eine Reihe von Handlungsfeldern, die künftig neue Arbeitsplätze bringen und damit zum Gelingen der wirtschaftlichen Transformation beitragen können.
Eines der Ziele ist es, im Rheinischen Revier ein Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft (eng. Circular Economy) aufzubauen. Das Thema ist brandaktuell, denn mit Blick auf Klimawandel und Energieverschwendung braucht es regenerative Wirtschaftssysteme, die Ressourceneinsatz und Abfallproduktion minimieren. Erreicht werden kann dies zum Beispiel im Bausektor mit dem Faktor X-Ansatz, der beweist, dass langlebige Konstruktionen, Reparatur und Wiederverwendung nicht unbedingt teurer sein müssen als eine konventionelle Bauweise.
Fachtagung zum Auftakt
Erste Weichen im Revierknoten „Agrobusiness und Ressource“ wurden im Oktober 2019 bei einer Fachtagung in Düren gestellt, an der rund 170 Teilnehmer aus Kommunalpolitik, Verbänden, Landwirtschaft, Industrie und Wissenschaft teilnahmen. Dabei zeigte sich bereits in Ansätzen, wie das Rheinische Revier zur angestrebten europäischen Modellregion für Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft von internationaler Strahlkraft werden kann. In einer intensiven Workshop-Phase skizzierten die Experten diverse Handlungsfelder und sammelten neue Ideen. Der Teilbereich „Agrobusiness“ wurde von Prof. Dr. Ulrich Schurr vom FZJ geleitet, der Teilbereich „Ressource“ von Klaus Dosch von der Faktor X-Agentur. Die im Rahmen der Tagung erzielten Ergebnisse fließen nun in die erste Version des Wirtschafts- und Strukturprogramms ein, das Mitte Dezember 2019 bei der Revierkonferenz der Zukunftsagentur Rheinisches Revier vorgestellt wird.


Netzwerk der Revierknoten
Insgesamt gibt es sechs Revierknoten unter dem Dach der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR), die als zentrale Koordinierungsstelle den Strukturwandel in Abstimmung mit dem Land Nordrhein-Westfalen steuert. Die Knoten unterstützen die ZRR dabei, das im Jahr 2020 beginnende Regelförderprogramm des Bundes für vom Kohleausstieg betroffene Regionen möglichst schnell und effizient umzusetzen. In der ersten Förderperiode 2020–2026 erhält das Rheinische Revier bis zu 797 Millionen Euro pro Jahr, bis 2038 insgesamt bis zu 15 Milliarden Euro. Nach den Sommerferien 2020 sollen die ersten Projekte bewilligt werden.
Neben „Agrobusiness und Ressource“ gibt es Revierknoten zu den Themen „Energie“, „Industrie“, „Infrastruktur und Mobilität“, „Raum“ und „Innovation und Bildung “, wobei letzterem eine Querschnittsfunktion zukommt. Gebündelt werden diese Bereiche dann, so der Plan, in einem weiteren Revierknoten zu einer Internationalen Bau- und Technologieausstellung (IBTA) „Rheinischen Zukunftsrevier“. Diese soll im Zeitraum 2022–2038 mit Unterstützung des Bundes anhand von tatsächlich gebauten Projekten zeigen, wie Architektur, Städtebau sowie Landschafts- und Raumentwicklung zukunftsweisend gestaltet werden können.

Weitere Informationen:
https://www.rheinisches-revier.de/
https://www.biorevier.de/