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MORO indeland: Gemeinsam neue Perspektiven für die kommunalen Haushalte entwickeln

18.07.2019 13:30

MORO indeland: Gemeinsam neue Perspektiven für die kommunalen Haushalte entwickeln

 

Im Juni endete das MORO-Projekt im indeland. In dem vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat geförderte Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) ging es darum, Ideen für die kommunalen Haushalte der Zukunft zu entwickeln. Das Projekt stand bundesweit unter dem Titel „Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“ und passte damit ideal zum laufenden Transformationsprozess im Rheinischen Revier. Das indeland nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, und viele der gewonnen Erkenntnisse könnten sich künftig auf andere Region übertragen lassen.

Da die kommunalen Finanzen im Mittelpunkt standen, waren im Rahmen von MORO insbesondere die Meinungen der Fachleute aus den indeland-Kommunen und der Kreisverwaltung Düren gefragt. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kämmereien und Planungsabteilungen konnten sich mit ihren Erfahrungen und ihrer Expertise aktiv einbringen in das Projekt, das von 2016 bis 2019 im indeland lief. MORO bot den Beteiligten dabei die einmalige Gelegenheit, sich losgelöst von Alltagsfragen intensiv auszutauschen und Einsparpotenziale gemeinsam zu erörtern. Das gemeinsame Ziel war und ist es, im Sinne einer aktiven Regionalentwicklung, die Region für ihre Bewohner und Unternehmen gleichermaßen attraktiv und lebenswert zu erhalten und zu gestalten.

Fachleute der Kommunen beteiligt

Insgesamt nahmen im indeland rund vierzig Personen an den unterschiedlichen Tagungen und Workshops im MORO-Rahmen teil. Ergänzende Beiträge kamen von externen Fachleuten und der Forschungsassistenz, welche die deutschlandweit insgesamt zwölf MORO-Regionen intensiv begleitet. Eine wichtige Rolle spielte in dem Projekt zudem das „Team indeland“, das seit längerem maßgeblich zur Verbindlichkeit der interkommunalen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austauschs im indeland beiträgt.

Das indeland hatte seine Teilnahme am Modellvorhaben unter die Überschrift „Raum schaffen durch Ressourceneffizienz – Mehr aus weniger machen“ gestellt. Konkret ging es dabei um vier Maßnahmen:

  1. Integriertes Konzept
  2. Bauen und Wohnen (Faktor X)
  3. Mobilität
  4. Interkommunale Gewerbegebiete

Das Modellvorhaben knüpfte damit thematisch an den Masterplan 2030 für das indeland an. Die Auswahl der Schwerpunkte erfolgte nicht nur vor dem Hintergrund der nahenden Schließung des Braunkohletagebaus, sondern auch mit Blick auf den demografischen Wandel. Beide Entwicklungen bedeuten für die Region tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschafts-, Landschafts- und Sozialstruktur. Für die indeland-Kommunen führt dies zu einem doppelten Dilemma: Einerseits stehen sie bei der Haushaltsplanung vor tendenziell eher sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben. Andererseits erfordert die ganzheitliche Regionalentwicklung im indeland jedoch Investitionen und Wachstumsimpulse.

Nachgefragt: Interview mit dem Projektkoordinator

Koordiniert wurde das MORO-Projekt im indeland von Frank Wiesemann, Projektmanager bei der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH. Im Interview erläutert er die wichtigsten Ergebnisse und beschreibt, welche Zukunftsideen in der Modellregion entwickelt wurden.


Warum hat sich das indeland an dem Modellvorhaben der Raumordnung „Lebendige Regionen“ beteiligt?

Frank Wiesemann: Die Bewerbung als Modellregion von MORO „Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“ erfolgte Anfang 2016, also quasi parallel zum Beschluss des Masterplans 2030 für das indeland. Das Ziel war, die Finanzierbarkeit der darin vorgeschlagenen Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen. Da sich die Mehrheit der indeland-Kommunen mit einer schwierigen Kassenlage konfrontiert sieht, bot der Untersuchungsansatz des Modellvorhabens gute Aussichten, langfristige Finanzierungsmöglichkeiten unter dem Aspekt interkommunaler Zusammenarbeit zu untersuchen.

Das indeland war im Rahmen von MORO Teil eines bundesweiten Vorhabens. Welche Impulse haben sich dadurch ergeben?

Frank Wiesemann: Im MORO-Verbund ergab sich die spannende Chance, die im indeland diskutierten Lösungen auf einer überregionalen Plattform zu präsentieren. Auch die Vernetzung mit Fachkräften anderer Regionalverbünde und der Erfahrungsgewinn durch die Beratung seitens der Forschungsassistenz waren Argumente für eine MORO-Bewerbung.

Unsere Region repräsentierte im überregionalen Dialog gleichsam die Perspektive des Rheinischen Reviers …  

Frank Wiesemann: Ja, hier ergaben sich gewisse Parallelen zu den ebenfalls vertretenen Regionalinitiativen ostdeutscher Braunkohlereviere. Wichtiger war aus unserer Sicht jedoch, dass die Projektberichte, also die Vorschläge und Perspektiven des indelandes, auch von Entscheidungsträgern auf der Bundesebene wahrgenommen werden.

Welchen konkreten Nutzen ziehen die indeland-Kommunen aus dem MORO-Projekt?

Frank Wiesemann: Das MORO-Projekt stellte für die Fachkräfte der indeland-Kommunen eine willkommene Möglichkeit dar, sich abseits des Tagesgeschehens auszutauschen. Sie lernten die Perspektiven verschiedener Fachbereiche kennen, konnten Gemeinsamkeiten erkunden und die interkommunale Zusammenarbeit vertiefen.

Welche Effekte ergaben sich für den Transformationsprozess im indeland?

Frank Wiesemann: In den Arbeitsfeldern Faktor X-Wohngebiete, Mobilstationen und interkommunale Gewerbegebiete waren während der Laufzeit des Vorhabens eine deutliche Steigerung von Aufmerksamkeit und eine Beschleunigung von Entscheidungen festzustellen. Diese für eine nachhaltige Entwicklung im indeland strategisch bedeutsamen Themen erhielten durch das Modellvorhaben also eine wichtige Förderung. Eine zentrale Rolle spielten dabei insbesondere auch die aus MORO-Mitteln finanzierten Gutachten und Studien, die mit ihren Fragestellungen zum Teil bundesweit Neuland betraten. Ohne die MORO-Förderung wären die Organisation und die Finanzierung dieser Studien und der sich daraus ergebenden Veranstaltungen und Workshops nicht möglich gewesen.

Drei Maßnahmen befassten sich mit konkreten Themen, die aus dem Masterplan 2030 abgeleitet wurden. Worum ging es in Maßnahme 1 „Integriertes Konzept“?

Frank Wiesemann: Mit der Entwicklung eines integrierten Konzepts wurden zwei Ziele verfolgt: Erstens sollte der Masterplan 2030 auf notwendige Ergänzungen untersucht werden, zweitens sollte für Nachhaltigkeit und den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen geworben werden. Hier kam der umfassende, integrierte und regional orientierte Betrachtungsansatz des MORO-Forschungsfelds „Lebendige Regionen“ besonders klar zum Vorschein. Von Anfang an war geplant, sämtliche Ergebnisse des MORO-Projekts in Maßnahme 1 zusammenzuführen.

Welche Ergebnisse wurden erzielt?

Frank Wiesemann: Insgesamt konnte durch das MORO-Projekt bestätigt werden, dass eine integrierte, sektorübergreifende Planung sowie die frühzeitige Abstimmung zwischen Kämmereien und Raumplanern zu deutlichen Verbesserungen in der Wirtschaftlichkeit führen – sowohl für die kommunalen Kassen als auch im Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger des indelandes.

Die kommunalen Akteure erhielten durch das MORO-Projekt eine Fülle von Anregungen und einige mustergültige Lösungen. Eine wichtige Erkenntnis ist beispielsweise, dass die indeland-Kommunen nach Jahren der Einschränkungen und des Sparens zusätzliches Fachpersonal benötigen, wenn die kommunale Ebene maßgeblich Einfluss auf den Transformationsprozess nehmen will. Das MORO­Vorhaben hat damit quasi einige der Forderungen der Strukturkommission der Bundesregierung bereits vorweggenommen.

Eine Besonderheit des MORO­Ansatzes liegt darin, Planer und Kämmerer an einen Tisch zu holen. Welche Erfahrungen konnten im indeland diesbezüglich gesammelt werden?

Frank Wiesemann: Kämmerer und Planer sind die Fachakteure finanzieller und räumlicher Planung in den Kommunen. Sie hatten im Rahmen des MORO-Projekts Gelegenheit zum Austausch der jeweils eigenen fachlichen Perspektiven und zum gemeinsamen Planen. Dabei zeigte sich, dass die methodischen Ansätze von Kämmerern und Planern vergleichbar, die Planungshorizonte jedoch sehr unterschiedlich sind. Hier ergaben sich vielfältige Anregungen für eine verbesserte Zusammenarbeit.

Die Forschungsassistenz unterstützte dies durch einen umfangreichen Regionsbericht, der die finanzielle Situation der beteiligten Kommunen darstellte. Generell wird interkommunales und intersektorales Agieren im MORO „Lebendige Regionen“ als Zukunftsaufgabe gesehen.

Welche konkreten Nachwirkungen haben sich aus dem MORO-Projekt im indeland ergeben?

Frank Wiesemann: Aufgrund der hohen Dynamik der Entwicklung im Rheinischen Revier hat sich das indeland entschieden, nicht an der 2019 beginnenden Umsetzungsphase des Modellvorhabens teilzunehmen. Selbstverständlich wird die Anwendung der in der Forschungsphase 2016–2019 gewonnenen Erkenntnisse dennoch diskutiert. Konkret geht es etwa um die Einrichtung einer neuen „Servicestelle nachhaltige Strukturentwicklung“. Sie soll die Kommunen fachlich unterstützen und beraten sowie Informationen und Erfahrungen bündeln. Unser Ziel ist es, insbesondere die nun auf Landes- und Bundesebene debattierten Förderprogramme zur Abfederung der Auswirkungen des Strukturwandels in den Braunkohleregionen für die indeland-Kommunen bestmöglich nutzbar zu machen.

MORO indeland: Gemeinsam neue Perspektiven für die kommunalen Haushalte entwickeln

 

Im Juni endete das MORO-Projekt im indeland. In dem vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat geförderte Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) ging es darum, Ideen für die kommunalen Haushalte der Zukunft zu entwickeln. Das Projekt stand bundesweit unter dem Titel „Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“ und passte damit ideal zum laufenden Transformationsprozess im Rheinischen Revier. Das indeland nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, und viele der gewonnen Erkenntnisse könnten sich künftig auf andere Region übertragen lassen.

Da die kommunalen Finanzen im Mittelpunkt standen, waren im Rahmen von MORO insbesondere die Meinungen der Fachleute aus den indeland-Kommunen und der Kreisverwaltung Düren gefragt. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kämmereien und Planungsabteilungen konnten sich mit ihren Erfahrungen und ihrer Expertise aktiv einbringen in das Projekt, das von 2016 bis 2019 im indeland lief. MORO bot den Beteiligten dabei die einmalige Gelegenheit, sich losgelöst von Alltagsfragen intensiv auszutauschen und Einsparpotenziale gemeinsam zu erörtern. Das gemeinsame Ziel war und ist es, im Sinne einer aktiven Regionalentwicklung, die Region für ihre Bewohner und Unternehmen gleichermaßen attraktiv und lebenswert zu erhalten und zu gestalten.

Fachleute der Kommunen beteiligt

Insgesamt nahmen im indeland rund vierzig Personen an den unterschiedlichen Tagungen und Workshops im MORO-Rahmen teil. Ergänzende Beiträge kamen von externen Fachleuten und der Forschungsassistenz, welche die deutschlandweit insgesamt zwölf MORO-Regionen intensiv begleitet. Eine wichtige Rolle spielte in dem Projekt zudem das „Team indeland“, das seit längerem maßgeblich zur Verbindlichkeit der interkommunalen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austauschs im indeland beiträgt.

Das indeland hatte seine Teilnahme am Modellvorhaben unter die Überschrift „Raum schaffen durch Ressourceneffizienz – Mehr aus weniger machen“ gestellt. Konkret ging es dabei um vier Maßnahmen:

  1. Integriertes Konzept
  2. Bauen und Wohnen (Faktor X)
  3. Mobilität
  4. Interkommunale Gewerbegebiete

Das Modellvorhaben knüpfte damit thematisch an den Masterplan 2030 für das indeland an. Die Auswahl der Schwerpunkte erfolgte nicht nur vor dem Hintergrund der nahenden Schließung des Braunkohletagebaus, sondern auch mit Blick auf den demografischen Wandel. Beide Entwicklungen bedeuten für die Region tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschafts-, Landschafts- und Sozialstruktur. Für die indeland-Kommunen führt dies zu einem doppelten Dilemma: Einerseits stehen sie bei der Haushaltsplanung vor tendenziell eher sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben. Andererseits erfordert die ganzheitliche Regionalentwicklung im indeland jedoch Investitionen und Wachstumsimpulse.

Nachgefragt: Interview mit dem Projektkoordinator

Koordiniert wurde das MORO-Projekt im indeland von Frank Wiesemann, Projektmanager bei der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH. Im Interview erläutert er die wichtigsten Ergebnisse und beschreibt, welche Zukunftsideen in der Modellregion entwickelt wurden.


Warum hat sich das indeland an dem Modellvorhaben der Raumordnung „Lebendige Regionen“ beteiligt?

Frank Wiesemann: Die Bewerbung als Modellregion von MORO „Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“ erfolgte Anfang 2016, also quasi parallel zum Beschluss des Masterplans 2030 für das indeland. Das Ziel war, die Finanzierbarkeit der darin vorgeschlagenen Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen. Da sich die Mehrheit der indeland-Kommunen mit einer schwierigen Kassenlage konfrontiert sieht, bot der Untersuchungsansatz des Modellvorhabens gute Aussichten, langfristige Finanzierungsmöglichkeiten unter dem Aspekt interkommunaler Zusammenarbeit zu untersuchen.

Das indeland war im Rahmen von MORO Teil eines bundesweiten Vorhabens. Welche Impulse haben sich dadurch ergeben?

Frank Wiesemann: Im MORO-Verbund ergab sich die spannende Chance, die im indeland diskutierten Lösungen auf einer überregionalen Plattform zu präsentieren. Auch die Vernetzung mit Fachkräften anderer Regionalverbünde und der Erfahrungsgewinn durch die Beratung seitens der Forschungsassistenz waren Argumente für eine MORO-Bewerbung.

Unsere Region repräsentierte im überregionalen Dialog gleichsam die Perspektive des Rheinischen Reviers …  

Frank Wiesemann: Ja, hier ergaben sich gewisse Parallelen zu den ebenfalls vertretenen Regionalinitiativen ostdeutscher Braunkohlereviere. Wichtiger war aus unserer Sicht jedoch, dass die Projektberichte, also die Vorschläge und Perspektiven des indelandes, auch von Entscheidungsträgern auf der Bundesebene wahrgenommen werden.

Welchen konkreten Nutzen ziehen die indeland-Kommunen aus dem MORO-Projekt?

Frank Wiesemann: Das MORO-Projekt stellte für die Fachkräfte der indeland-Kommunen eine willkommene Möglichkeit dar, sich abseits des Tagesgeschehens auszutauschen. Sie lernten die Perspektiven verschiedener Fachbereiche kennen, konnten Gemeinsamkeiten erkunden und die interkommunale Zusammenarbeit vertiefen.

Welche Effekte ergaben sich für den Transformationsprozess im indeland?

Frank Wiesemann: In den Arbeitsfeldern Faktor X-Wohngebiete, Mobilstationen und interkommunale Gewerbegebiete waren während der Laufzeit des Vorhabens eine deutliche Steigerung von Aufmerksamkeit und eine Beschleunigung von Entscheidungen festzustellen. Diese für eine nachhaltige Entwicklung im indeland strategisch bedeutsamen Themen erhielten durch das Modellvorhaben also eine wichtige Förderung. Eine zentrale Rolle spielten dabei insbesondere auch die aus MORO-Mitteln finanzierten Gutachten und Studien, die mit ihren Fragestellungen zum Teil bundesweit Neuland betraten. Ohne die MORO-Förderung wären die Organisation und die Finanzierung dieser Studien und der sich daraus ergebenden Veranstaltungen und Workshops nicht möglich gewesen.

Drei Maßnahmen befassten sich mit konkreten Themen, die aus dem Masterplan 2030 abgeleitet wurden. Worum ging es in Maßnahme 1 „Integriertes Konzept“?

Frank Wiesemann: Mit der Entwicklung eines integrierten Konzepts wurden zwei Ziele verfolgt: Erstens sollte der Masterplan 2030 auf notwendige Ergänzungen untersucht werden, zweitens sollte für Nachhaltigkeit und den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen geworben werden. Hier kam der umfassende, integrierte und regional orientierte Betrachtungsansatz des MORO-Forschungsfelds „Lebendige Regionen“ besonders klar zum Vorschein. Von Anfang an war geplant, sämtliche Ergebnisse des MORO-Projekts in Maßnahme 1 zusammenzuführen.

Welche Ergebnisse wurden erzielt?

Frank Wiesemann: Insgesamt konnte durch das MORO-Projekt bestätigt werden, dass eine integrierte, sektorübergreifende Planung sowie die frühzeitige Abstimmung zwischen Kämmereien und Raumplanern zu deutlichen Verbesserungen in der Wirtschaftlichkeit führen – sowohl für die kommunalen Kassen als auch im Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger des indelandes.

Die kommunalen Akteure erhielten durch das MORO-Projekt eine Fülle von Anregungen und einige mustergültige Lösungen. Eine wichtige Erkenntnis ist beispielsweise, dass die indeland-Kommunen nach Jahren der Einschränkungen und des Sparens zusätzliches Fachpersonal benötigen, wenn die kommunale Ebene maßgeblich Einfluss auf den Transformationsprozess nehmen will. Das MORO­Vorhaben hat damit quasi einige der Forderungen der Strukturkommission der Bundesregierung bereits vorweggenommen.

Eine Besonderheit des MORO­Ansatzes liegt darin, Planer und Kämmerer an einen Tisch zu holen. Welche Erfahrungen konnten im indeland diesbezüglich gesammelt werden?

Frank Wiesemann: Kämmerer und Planer sind die Fachakteure finanzieller und räumlicher Planung in den Kommunen. Sie hatten im Rahmen des MORO-Projekts Gelegenheit zum Austausch der jeweils eigenen fachlichen Perspektiven und zum gemeinsamen Planen. Dabei zeigte sich, dass die methodischen Ansätze von Kämmerern und Planern vergleichbar, die Planungshorizonte jedoch sehr unterschiedlich sind. Hier ergaben sich vielfältige Anregungen für eine verbesserte Zusammenarbeit.

Die Forschungsassistenz unterstützte dies durch einen umfangreichen Regionsbericht, der die finanzielle Situation der beteiligten Kommunen darstellte. Generell wird interkommunales und intersektorales Agieren im MORO „Lebendige Regionen“ als Zukunftsaufgabe gesehen.

Welche konkreten Nachwirkungen haben sich aus dem MORO-Projekt im indeland ergeben?

Frank Wiesemann: Aufgrund der hohen Dynamik der Entwicklung im Rheinischen Revier hat sich das indeland entschieden, nicht an der 2019 beginnenden Umsetzungsphase des Modellvorhabens teilzunehmen. Selbstverständlich wird die Anwendung der in der Forschungsphase 2016–2019 gewonnenen Erkenntnisse dennoch diskutiert. Konkret geht es etwa um die Einrichtung einer neuen „Servicestelle nachhaltige Strukturentwicklung“. Sie soll die Kommunen fachlich unterstützen und beraten sowie Informationen und Erfahrungen bündeln. Unser Ziel ist es, insbesondere die nun auf Landes- und Bundesebene debattierten Förderprogramme zur Abfederung der Auswirkungen des Strukturwandels in den Braunkohleregionen für die indeland-Kommunen bestmöglich nutzbar zu machen.