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Mittel und Kräfte mobilisieren und teilen

Die EwiG sichert die Finanzierung von Zukunftsprojekten im indeland - 13.05.2020 14:30
Mittel und Kräfte mobilisieren und teilen

Mittel und Kräfte mobilisieren und teilen

Woher kommt das Geld für die vielen Projekte im indeland? Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten. Denn: Das indeland mobilisiert Fördermittel aus unterschiedlichen Quellen, um zusätzliche Ressourcen für den regionalen Strukturwandel zu gewinnen. Gemeinsam mit den Partnern im Rheinischen Revier hat sich das indeland dafür als europäische Pilotregion für neue Energie und Mobilität neu aufgestellt. Aktuell profitieren davon insbesondere die neuen Förderprojekte im Bereich ressourceneffizientes Bauen, die wir in diesem Blog-Beitrag kurz vorstellen.

Die Beantragung von Fördermitteln zählt zu den zentralen Aufgaben der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH (EwiG). Mit den Geldern werden jedoch nicht einfach singuläre Projekte finanziert, sondern gezielt Vorhaben, die mittel- und langfristig auf das Konto der interkommunal abgestimmten Strategie einzahlen.

Ressourcen für die Zukunft akquirieren

Ergänzend zu der grundlegenden Finanzierung der interkommunalen Zusammenarbeit durch die Gesellschafterkommunen und die verbindliche Unterstützung seitens der Sparkasse Düren und RWE Power AG trägt die gezielte (Förder-)Mittelakquise dazu bei, den Handlungsspielraum der EwiG zu erweitern. Neben der Akquise im Bereich des sektoralen Projektmanagements (z. B. Faktor X) gewann 2019 zunehmend das übergeordnete Thema Regional- und Strukturentwicklung an Bedeutung – unter anderem im Rahmen der Strukturförderung des Bundes.

Abgesehen von der eigenständigen Fördermittelakquise unterstützt die EwiG durch Co-Finanzierung auch Förder- sowie investive Einzelprojekte Dritter. Diese „Nachbarschaftshilfe“ dient zugleich der Stärkung des regionalen Zusammenhalts, von dem das indeland an anderer Stelle direkt profitiert.

Darüber hinaus engagiert sich die EwiG selbst als Mittelgeber. Durch verschiedene, satzungskonforme Marketingmaßnahmen werden hier in direkter Abstimmung mit den Gesellschafterkommunen ausgewählte Engagements im indeland unterstützt. Vereine und Initiativen, deren Arbeit den gemeinsamen Zielen des indelandes zuträglich ist, werden unter anderem durch Mitgliedsbeiträge und Zuwendungen gefördert.

LEADER-Mittel für Faktor X-Bauberatung

Mit der von der EwiG initiierten LEADER-Region Rheinisches Revier an Inde und Rur fließen Fördermittel der Europäischen Union in modellhafte Projekte im indeland. Über lokale Aktionsgruppen können die Menschen vor Ort den regionalen Entwicklungsprozess mitgestalten.

Ein Projekt, das durch LEADER-Mittel ermöglicht wurde, ist die Faktor X-Bauberatung für Kommunen und Bauinteressierte. Da Klima- und Ressourcenschutz bekanntlich bei den eigenen vier Wänden beginnt, fördern die Kommunen in der LEADER-Region seit einigen Jahren vermehrt den Bau von Wohnhäusern, die besonders wenige Rohstoffe verbrauchen. Die Städte und Gemeinden, die sich das Thema auf die Agenda geschrieben haben, können dabei auf die Unterstützung der Faktor X-Agentur der EwiG zählen. Seit Oktober 2019 berät eine Mitarbeiterin der Faktor X-Agentur Bauämter und Bauinteressierte in allen Fragen rund ums Thema. So können sich Bauinteressierte konkret informieren, wie sie ihr Gebäude möglichst klimaneutral errichten können.

Die Bauberatung ist auch vor dem Hintergrund der Wachstumsstrategie des Kreises Düren wichtig, denn die dadurch zu erwartende Siedlungstätigkeit muss aufgrund der einzuhaltenden Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele besonders ressourceneffizient sein.

Förderung für ressourceneffizientes Bauen

Der Bund unterstützt den Strukturwandel im Rheinischen Revier über das Förderprogramm „Unternehmen Revier“ seit dem Haushaltsjahr 2019 jährlich mit zwei Millionen Euro. Ein Teil der Gelder kommt Projekten im indeland zugute, zum Beispiel dem geplanten „Regionalen Netzwerk Ressourceneffizientes Bauen“ (ReNeReB). Dieses soll dazu beitragen, das Wissen über eine ressourceneffiziente und kreislaufgerechte Bauweise weiterzuverbreiten. Bis Herbst 2022 baut die Faktor X-Agentur der EwiG in Kooperation mit der RWTH Aachen und Aachen Building Experts e. V. dazu ein regionales Expertensystem auf, das es den Kommunen im Rheinischen Revier ermöglicht, eine nachhaltige Bauweise zum allgemeinen Standard zu machen.

Zudem wird ReNeReB kostenfrei Informationen zum ressourceneffizienten und kreislaufgerechten Bauen aufbereiten. In Arbeit sind eine Datenbank zu geeigneten Bauprodukte, eine GIS-basierte Darstellung von guten Beispielen ressourceneffizienter Bauten und eine Akteursdatenbank von Unternehmen, Planern, Handwerkern mit der entsprechenden Expertise.

Ergänzend dazu wird im Projekt „Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft“ (ReBau) ein regionales Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen etablieren. Die Faktor X-Agentur der EwiG ist ebenso wie zwei Fraunhofer-Institute und die Bimolab gGmbH als Partner an dem Projekt beteiligt, das von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) geleitet wird.

Starthilfe für die Tourismusstrategie

Auch die Entwicklung einer Tourismusstrategie für das Rheinische Revier wird von „Unternehmen Revier“ gefördert. Mit den Mitteln verfolgt das im Oktober 2019 gestartete „Innovationsnetzwerk Tourismus im Rheinischen Revier“ das Ziel, den Austausch der Teilregionen im Bereich des Tourismus zu fördern. Dazu sollen die verschiedenen teilräumlichen Konzepte und Masterpläne in einem Netzwerk gebündelt werden, sodass im Sinne der einzelnen Teilregionen die unterschiedlichen Ansätze in einer Gesamtperspektive miteinander in Einklang gebracht werden. Ein Handlungsleitfaden soll künftig die Grundlage für eine abgestimmte Vorgehensweise bilden. Die Federführung des Projekts liegt beim Rhein-Erft Tourismus e. V. Die EwiG hatte den Antragsprozess bereits im Vorfeld personell begleitet und wird sich im Rahmen des indeland Tourismus e. V. weiter intensiv in das Netzwerk einbringen.