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„Gemeinsame Entwicklungspfade im Rheinischen Revier erarbeiten“

Interview Regionalmanagement - 08.04.2020 08:33
„Gemeinsame Entwicklungspfade im Rheinischen Revier erarbeiten“

Das indeland geht mit Vorbildfunktion voran. Als erste Teilregion des Rheinischen Reviers kann es sich nach dem Kohleausstieg neu aufstellen. Mit dem Regionalmanagement der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH (EwiG) haben die Gemeinden und Städte rund um den Tagebau Inden das passende Instrument zur nachhaltigen und zukunftsweisenden Entwicklung der Region installiert. Auch 2020 werden weitere wichtige Weichen gestellt, wie EwiG-Geschäftsführer Jens Bröker und Regionalmanagerin Kyra Pfeil im Jahresbericht 2019 erläutern.

Welche Meilensteine hat das indeland im Jahr 2019 erreicht?

Jens Bröker: Von zentraler Bedeutung war, dass wir unsere Vorreiterrolle im Kontext der Strukturförderung nutzbar gemacht haben. Zum Beispiel über die Teilnahme am Koordinierungskreis des NRW-Wirtschaftsministeriums sowie durch die Übernahme des Vorsitzes des Revierknotens Ressourcen und ­Agrobusiness.

Kyra Pfeil: Unser Kerngeschäft, die Koordination des regionalen Strukturwandels, hat sich 2019 weiter verstetigt. Meilensteine waren der Fachbeitrag indeland 2.0, der Abschluss des MORO-Projekts und der Ausbau der Faktor X-Aktivitäten, der durch eine erfolgreiche Fördermittelakquise ermöglicht wurde. Außerdem konnten wir die Vorbereitung zur Gründung des indeland Tourismus e. V. abschließen. Zugleich hat sich die EwiG als Antwort auf sich verändernde Rahmenbedingungen organisatorisch weiterentwickelt.

Welche Rolle nimmt das indeland im Rheinischen Revier ein?

Jens Bröker: Das indeland ist einer von drei zentralen Teilräumen des Rheinischen Reviers. Zusammen mit den beiden Tagebauumfeldinitiativen in Hambach und Garzweiler bilden wir das „Herz“ der Region. Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier formt die institutionelle Klammer des Raums, flankiert von den Regionalmanagements in Aachen und Köln/Bonn. Mit diesen Akteuren stehen wir in einem engen Austausch, der sich 2019 weiter verfestigt hat. Darüber hinaus kooperieren wir mit vielen weiteren Partnern. Hier ist insbesondere das bergbautreibende Unternehmen, die RWE Power AG, zu nennen.

Inwiefern haben sich 2019 die Rahmenbedingungen für den Strukturwandel im indeland verändert?

Jens Bröker: Die Dynamik hat sich erhöht. Das sorgte für eine schnellere Entwicklung und konkreter werdende Rahmenbedingungen. Wir haben einen Fahrplan für den Kohleausstieg und erwarten hohe Summen an Fördermitteln. Diese gilt es nun, bestmöglich einzusetzen, was angesichts der differenzierteren Akteurslandschaft eine eigene Herausforderung darstellt.

Kyra Pfeil: Im Strukturwandelprozess ist die EwiG nach wie vor eine erfolgreiche Konstante. Dennoch stehen wir angesichts der erwähnten Dynamik jetzt vor der Aufgabe, im engen Austausch mit den Anrainerkommunen den Masterplan 2030, die gemeinsame Strategie, zu prüfen und gegebenenfalls neu zu justieren. Die zentralen Fragen dabei werden sein: Was sind unsere Alleinstellungsmerkmale? Welche verbindenden Elemente gibt es zu benachbarten Teilräumen? Die Tagebaue Inden und Hambach liegen zum Beispiel nur knapp fünf Kilometer voneinander entfernt. Hier braucht es gemeinsame Entwicklungspfade.

Welche besonderen Chancen ergeben sich durch die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Kreis Düren?

Jens Bröker: Der Kreis Düren will in den nächsten fünf Jahren auf mehr als 300.000 Einwohner wachsen. Die Bedingungen dafür sind günstig, unter anderem wegen der Nähe zu den Ballungsräumen und der Perspektive des landschaftlichen Wandels. Die gemeinsame Veranstaltung von Zukunftslabor indeland und Strukturwandelkonferenz Kreis Düren im Juni 2019 hat gezeigt, dass wir alle im selben Boot sitzen und wie sehr der Aufbruch ­euphorisiert. Die Möglichkeiten der Entwicklung und die Chancen des Wachstums sind vielfältig – und sie enden nicht an kommunalen Grenzen.

Die zentrale Chance geht insbesondere einher mit der Stabsstelle Innovation und Wandel sowie deren mit der EwiG personenidentischen Leitung: Wir können damit die Vielfalt bestehender, strukturwandelrelevanter Aktivitäten kanalisieren, sowohl im Kreis als auch in den Kommunen.

Welche Schritte sind für 2020 geplant?

Kyra Pfeil: Auf der fachlichen Ebene werden wir uns unter anderem mit einer Weiterentwicklung von Planungsgrundlagen befassen, zum Beispiel mit dem Masterplan indeland. Außerdem wird die Arbeit in den konkreten Projekten, zum Beispiel Faktor X, weiterlaufen. Nach dem Personalaufwuchs und der organisatorischen Weiterentwicklung steht aber auch eine Phase der Konsolidierung an – stets mit Blick auf Anpassungsbedarfe in einem hoch dynamischen Umfeld.

Weitere Informationen zur Arbeit des Regionalmanagements im indeland finden Sie im Jahresbericht 2019 der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH.
www.indeland.de/downloads