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Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 4) - Neue Verbindungen schaffen – das „Raumbild Mobilität und Infrastruktur“ im Fachbeitrag indeland 2.0

08.08.2019 10:46
Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 4) - Neue Verbindungen schaffen – das „Raumbild Mobilität und Infrastruktur“ im Fachbeitrag indeland 2.0

Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 4)
Neue Verbindungen schaffen – das „Raumbild Mobilität und Infrastruktur“ im Fachbeitrag indeland 2.0

Wie wird das indeland in Zukunft aussehen? Wo entstehen neue Arbeitsplätze? Welche Orte bieten jungen Familien ein neues Zuhause? Wichtige Antworten auf diese Fragen liefert der Fachbeitrag indeland 2.0, den die Entwicklungsgesellschaft indeland (EwiG) im Juni 2019 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht hat.

Das indeland profitiert von guten Verbindungen. Schon heute zählt die zentrale Lage an den Verkehrsachsen Aachen–Köln und Aachen–Düsseldorf zu den Standortvorteilen der Region. Schaut man genauer hin, ist die Erreichbarkeit der Städte und Gemeinden im indeland qualitativ jedoch noch sehr unterschiedlich. Das gilt besonders im öffentlichen Nahverkehr. Die starken Pendlerströme in der Region konzentrieren sich daher überwiegend auf den Straßen. Damit sich das in Zukunft ändert, legen die indeland-Kommunen im Fachbeitrag 2.0 dar, wie sie sich den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vorstellen.

Beginn einer neuen Ära der Mobilität

Die Schließung des Tagebaus und die Entstehung des Indesees bieten eine Reihe von Chancen für eine vorausschauende und visionäre Mobilitätsplanung. In Verbindung mit der Reaktivierung und dem Ausbau älterer Trassen lassen sich neue Wegverbindungen im indeland gestalten, die sich positiv auf den Personen- und Güterverkehr in der Region auswirken. Der Verkehr von morgen wird dabei geprägt sein durch Multimodalität, Postfossilität und Digitalisierung – sprich: das Auto wird nicht mehr unbedingt das erste Verkehrsmittel sein, Kraftstoffe auf Mineralölbasis werden zunehmend ersetzt und vernetzte, autonome Fahrzeuge werden zur Normalität auch auf den Straßen des indelandes.

Besondere Aufmerksamkeit der Planer erfordert zudem das Seeumfeld, das neu erschlossen werden muss. Schließlich sollen Anwohner und Touristen in Zukunft mit den unterschiedlichen Verkehrsmitteln komfortabel und schnell zum Seeufer gelangen.

Kraftstoffe für sauberere Fahrzeuge

Die Energiewende wird bei der Infrastrukturentwicklung eine besondere Rolle spielen. So werden die bereits heute existierenden Flächen für Solar- und Windkraftanlagen durch Anlagen zur Speicherung der erzeugten Energie ergänzt. Alternative Kraftstoffe aus Wasserstoff oder Biomethan könnten künftig als Grundlage für den Ausbau emissionsarmer Antriebe in der Region dienen. Durch die Nähe zum Elektromobilitätscluster im Raum Aachen (z. B. StreetScooter, e.GO, RWTH Aachen) und das Aldenhoven Testing Center (ATC) gibt es in der Region bereits ein beträchtliches Know-how in Wissenschaft und Wirtschaft.

Auch die Wasserstoffstrategie des Kreises Düren passt in diesen Kontext. Bis zum Jahr 2030 soll in drei Phasen eine Versorgungsinfrastruktur aufgebaut werden, die es ermöglicht, den öffentlichen Nahverkehr im Kreisgebiet sowie rund 30.000 Privat- und Nutzfahrzeuge emissionsfrei mit regional hergestelltem Wasserstoff zu betreiben. Erste Tankstellen sollen bis 2022 unter anderem in Jülich und Eschweiler entstehen.

Mobilitätsstationen mit Sharing-Angeboten

Ein weiterer Megatrend, der sich auch im indeland positiv auswirken soll, sind Sharing-Angebote. So ist geplant, an den wichtigsten Haltepunkten entlang der großen „Mobilitäsachsen“ sogenannte Mobilstationen einzurichten. Neben Parkplätzen und Abstellanlagen mit geeigneter Ladeinfrastruktur sollen dort auch die notwendigen Infrastrukturen für Carsharing und in das ÖPNV-Angebot integrierte Fahrrad-/Pedelec-Verleihsysteme klimafreundliche Alternativen zur Pkw-Nutzung bieten.

Um die Weichen in Richtung Mobilität der Zukunft zu stellen, haben die Gemeinden des indelandes zwölf Ziele für das komplexe „Raumbild Mobilität und Infrastruktur“ im Fachbeitrag 2.0 benannt:

  • Ziel 1 – Eschweiler: Im Rahmen des Industriedrehkreuzes Weisweiler – Inden soll ein Güterverkehrszentrum eingerichtet werden und eine perspektivische Umwidmung des Werkbahnverkehrs für den Güterverkehr angestrebt werden.
  • Ziel 2 – Eschweiler: Durch den Ausbau der bestehenden Infrastruktur, insbesondere den Ausbau der AS-West und AS-Weisweiler, und die Schaffung von Alternativen (ÖPNV, Rad) soll eine Stärkung der Achse Eschweiler–Jülich erfolgen.
  • Ziel 3 – Langerwehe: Die Steuerung des touristischen Verkehrs zu den Tagebauseen soll von Langerwehe aus multimodal, flexibel und mit Fokus auf neue Mobilitätsformen sowie alternative Antriebsarten erfolgen.
  • Ziel 4 – Inden: Eine Erschließung des Indesees für Anwohner und Besucher der umliegenden Gemeinden unter Herstellung einer direkten Verbindung in die Nachbargemeinden ist anzustreben.
  • Ziel 5 – Inden: Ein qualitativer Anschluss der Gemeinde Inden und des Indesees an den SPNV, entweder über den Neubau von Bahnstrecken oder durch intelligente Verknüpfung mit den bestehenden und zukünftigen Angeboten, soll sichergestellt werden.
  • Ziel 6 – Niederzier: Die beiden zukünftigen Tagebauseen auf dem Gemeindegebiet sollen erschlossen und infrastrukturell verbunden werden.
  • Ziel 7 – Linnich: Ein Lückenschluss der Rurtalbahnstrecke zwischen Linnich und Hückelhoven-Baal ist zu realisieren.
  • Ziel 8 – Jülich: Die Bahnstrecke in Richtung Puffendorf soll reaktiviert und eine Bahnverbindung in Richtung Aachen („BrainTrain“) hergestellt werden.
  • Ziel 9 – Jülich: Es gilt, einen S-Bahn-Anschluss von Jülich über Bedburg oder Bergheim (z. B. entlang der Bundesstraße B55) nach Köln als Nordspange zwischen Aachen und Köln zu schaffen.
  • Ziel 10 – Jülich: Entlang der Mobilitätsachsen nach Aachen und Düren ist der Bau von Radschnellwegen anzustreben.
  • Ziel 11 – Aldenhoven: Die durch den Tagebau Inden verlorenen Straßenverbindungen sind zu reaktivieren, um somit gleichzeitig den Indesee für die Gemeinde Aldenhoven zu erschließen.
  • Ziel 12 – Aldenhoven: Die Gemeinde soll an die neue Infrastruktur auf der Achse Jülich–Aachen (Radschnellwege, „BrainTrain“) angeschlossen werden.

 

Dieser Blog-Artikel ist Teil einer Serie zum Fachbeitrag indeland 2.0:

  1. Fachbeitrag indeland 2.0 – Diese Ziele verfolgen die indeland-Kommunen
  2. Raumbild Wirtschaft und Arbeit – Neue Arbeitsplätze für die Region 
  3. Raumbild Wohnen und Leben – Neue Lebensqualität am Seestandort 
  4. Raumbild Mobilität und Infrastruktur – Neue Verbindungen schaffen 
  5. Raumbild Freiraum und Landwirtschaft – Neue Perspektiven für Landschaft und Natur 

 

Der komplette Fachbeitrag indeland 2.0 als Download:
www.indeland.de/downloads