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Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 3) - Neue Lebensqualität am Seestandort – das „Raumbild Wohnen und Leben“ im Fachbeitrag indeland 2.0

07.08.2019 09:00
Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 3) - Neue Lebensqualität am Seestandort – das „Raumbild Wohnen und Leben“ im Fachbeitrag indeland 2.0

Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 3)

Neue Lebensqualität am Seestandort – das „Raumbild Wohnen und Leben“ im Fachbeitrag indeland 2.0

Wie wird das indeland in Zukunft aussehen? Wo entstehen neue Arbeitsplätze? Welche Orte bieten jungen Familien ein neues Zuhause? Wichtige Antworten auf diese Fragen liefert der Fachbeitrag indeland 2.0, den die Entwicklungsgesellschaft indeland (EwiG) im Juni 2019 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht hat.

Die Attraktivität des indelandes als Region zum Wohnen und Leben wird durch den erfolgreichen Strukturwandel und den entstehenden Indesee deutlich steigen. Dazu trägt auch bei, dass die Kommunen schon heute stetig ihre „Standortfaktoren“ verbessern, um die Wohnungsnachfrage in der überwiegend ländlich geprägten Region weiter anzukurbeln. Die Beitragsfreiheit für die Kinderbetreuung im Kreis Düren und die vergleichsweise niedrigen Miet- und Wohnkosten tragen darüber hinaus ebenfalls zur Erhöhung der Anziehungskraft des indelandes bei. Die Vorzeichen stehen also trotz und gerade wegen des kommenden Strukturwandels auf Wachstum. Der Fachbeitrag 2.0 skizziert darauf angestimmt die aktuelle Zukunftsstrategie und die wichtigsten Ziele im „Raumbild Wohnen und Leben“.

Masterplan weist die Richtung

Schon im Masterplan 2030 für das indeland bekräftigen die indeland-Kommunen ihre Absicht, die Städte Eschweiler und Jülich in ihrer Funktion als Mittelzentren stärken zu wollen. Dabei geht es nicht nur um den örtlichen Einzelhandel, sondern auch um die Lebensqualität in den Innenstädten sowie um genügend Wohnraum für alle Einkommens- und Altersgruppen. Als starke Mittelzentren kommen beide Städte der Entwicklung aller Kommunen im indeland zugute, da sich durch sie die Versorgungssituation mit Blick auf Einzelhandel, Schulen und Fachärzte in der gesamten Region verbessert.

Auch die Mobilitätsangebote sollen, wie im Fachbeitrag 2.0 dargelegt, erweitert werden und zur Attraktivität der Region beitragen. Vor allem die öffentlichen Verkehrsanbindungen an die Achse Aachen–Köln und Aachen–Düsseldorf sowie der Ausbau der Rurtalbahn und der Euregiobahn sind wichtige Meilensteine für die Zukunft. Zusätzlich sind Mobilstationen und Radschnellwege geplant, die dazu beitragen sollen, dass künftig weniger Wege mit dem eigenen Auto erledigt werden müssen.

Ebenfalls bereits im Masterplan 2030 aufgeführt ist das Thema „Ressourceneffizienz“.  Unter dem Label „Faktor X“ hat es sich zum Markenzeichen der Siedlungsentwicklung im indeland entwickelt und sorgt inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus für Aufmerksamkeit. Der Bau von klimaschonenden Ein- und Mehrfamilienhäusern spricht vor allem eine umweltbewusste Zielgruppe an, die in den indeland-Kommunen zunehmend für sie attraktive Wohnangebote vorfindet.

Attraktive Naturlandschaften

Hinzu kommt, dass die Befüllung des Tagebaus und die Abschaltung des Kraftwerks Weisweiler das Landschafts- und Himmelsbild des indelandes zum Positiven verändern werden. So wie der Blick auf Schaufelradbagger und „Wolkenfabrik“ künftig der Vergangenheit angehört, so wird sich auch die Wahrnehmung der Landschaft ändern. Sogenannte Biotopverbünde und -korridoren sollen die unterschiedlichen Naturräume miteinander verbinden, damit Flora und Fauna die Braunkohlelandschaft erfolgreich wiederbesiedeln können. Kurzum: Ob auf dem Weg zur Arbeit oder beim Besuch in der Region – das prägende, in Erinnerung bleibende Bild des indelandes wird in Zukunft ein anderes sein und an Attraktivität gewinnen. Dies wird auch das Lebensgefühl der Menschen und die Lebensqualität der Region positiv beeinflussen.

Schon während der Füllphase des Indesees kann durch die Begrünung des Tagebaubereichs der Erholungswert der Region gesteigert werden. Die Jahrzehnte der „Zwischennutzung“ bis zum vollständig gefüllten See sind ein idealer Zeitraum, um Kreative und Wissenschaftler für die Region zu begeistern. Dies gilt umso mehr als zwischen 2050 und 2100 in direkter Nachbarschaft zum indeland weitere Tagebauseen in Hambach und Garzweiler entstehen werden. Hieraus werden sich viele spannende Impulse für die künftige Entwicklung des „Lebensraums indeland“ ergeben.

Ihre Vorhaben haben die Städte und Gemeinden des indelandes in den folgenden neun Zielen im „Raumbild Wohnen und Leben“ für die Raumplanung im Regierungsbezirk Köln zusammengefasst:

•             Ziel 1 – Inden: Die bereits im Braunkohlenplan Inden II und dem Rahmenplan Indesee festgehaltenen Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung liegen in den Ortschaften Schophoven, Lucherberg, Inden / Altdorf und Lamersdorf (am späteren Uferbereich) und sind raumplanerisch zu sichern. Dies ist der nächste wichtige, notwendige und logische Schritt für die Gesamtkonzeption der Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Inden und die damit verbundene Nutzung der großen Potenziale der Restsee-Entstehung.

•             Ziel 2 – Inden: Bereits vor der Restsee-Entstehung ist die Entwicklung der Ortschaften Schophoven und Lamersdorf (jeweils Richtung Nordwesten) in bedarfsgerechtem Umfang zu sichern. Durch ressourcenschonende Bauweise sollen die Ortschaften schrittweise abgerundet werden.

•             Ziel 3 – Jülich: Jülich kommt in der Wachstumsstrategie des Kreises Düren eine wichtige Rolle als Mittelzentrum zu. Die Kernstadt soll vor allem durch Innenverdichtung in Form von urbaner Gestaltung und Mehrgeschossigkeit kontrolliert wachsen.

•             Ziel 4 – Jülich: Die weitere Siedlungsentwicklung legt ihren Schwerpunkt auf die Ortsteile südlich der Kernstadt Richtung Indesee. Für verschiedene Segmente des Wohnungsbaus muss die Entwicklung Richtung See- und Forschungsumfeld langfristig gesichert werden. Flexible Mischnutzungen von Wohnen, Arbeiten, Forschen und Freizeit sind zu berücksichtigen und offenzuhalten.

•             Ziel 5 – Niederzier: Kleinere Siedlungserweiterungen vor allem in den günstig gelegenen Ortsteilen Huchem-Stammeln und Hambach sind – auch für die Erweiterung im Segment Mehrfamilienhäuser und kostengünstiger Wohnungsbau – zu sichern.

•             Ziel 6 – Linnich: Die Abrundung geeigneter Ortschaften des Stadtgebietes Linnich durch eine moderate Siedlungsentwicklung und kleinere Neubaugebiete ist zu ermöglichen.

•             Ziel 7 – Aldenhoven: Die Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung liegen auf Innenentwicklung und kleineren Neubaugebieten im Ein- und Mehrfamilienhaussegment in den Ortschaften Aldenhoven und Siersdorf. Langfristig ist eine Siedlungsentwicklung Richtung See zu sichern.

•             Ziel 8 – Eschweiler: Innenverdichtung und umweltverträgliche, bedarfsgerechte Erweiterung für verschiedene Nachfragegruppen der eigenen Bevölkerung, neue Arbeitskräfte aus der Entwicklung der Gewerbe- und Industriestandorte und Zuwanderung aus den Ballungsräumen sind die Eckpfeiler der Siedlungsentwicklung im starken Mittelzentrum Eschweiler.

•             Ziel 9 – Langerwehe: Der Schwerpunkt liegt auf Innenentwicklung und moderater Entwicklung neuer Bauflächen innerhalb der im geltenden Regionalplan ausgewiesenen allgemeinen Siedlungsbereiche Langerwehe sowie Schlich/D’Horn/Merode mit direkter bzw. geplanter Anbindung an die SPNV-Haltestellen der DB bzw. der Euregiobahn.

 

Dieser Blog-Artikel ist Teil einer Serie zum Fachbeitrag indeland 2.0:

1.            Fachbeitrag indeland 2.0 – Diese Ziele verfolgen die indeland-Kommunen

2.            Raumbild Wirtschaft und Arbeit – Neue Arbeitsplätze für die Region

3.            Raumbild Wohnen und Leben – Neue Lebensqualität am Seestandort 

4.            Raumbild Mobilität und Infrastruktur – Neue Verbindungen schaffen

5.            Raumbild Freiraum und Landwirtschaft – Neue Perspektiven für Landschaft und Natur 

 

Der komplette Fachbeitrag indeland 2.0 als Download:
www.indeland.de/downloads