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Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 2) - Neue Arbeitsplätze für die Region – das „Raumbild Wirtschaft und Arbeit“ im Fachbeitrag indeland 2.0

02.08.2019 13:33

Gemeinsam einen neuen Raum gestalten (Teil 2)

Neue Arbeitsplätze für die Region – das „Raumbild Wirtschaft und Arbeit“ im Fachbeitrag indeland 2.0

Wie wird das indeland in Zukunft aussehen? Wo entstehen neue Arbeitsplätze? Welche Orte bieten jungen Familien ein neues Zuhause? Wichtige Antworten auf diese Fragen liefert der Fachbeitrag indeland 2.0, den die Entwicklungsgesellschaft indeland (EwiG) im Juni 2019 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht hat.

Das indeland braucht neue Arbeitsplätze. Im Zuge der Schließung des Tagebaus Inden im Jahr 2030 werden eine Vielzahl von Jobs in der Braunkohleförderung und im Kraftwerk wegfallen. Gemeinsam arbeiten Politik und Wirtschaft daher daran, die Voraussetzungen für neues Wachstum und zukunftssichere Arbeitsstellen in der Region schaffen. Der Fachbeitrag 2.0 skizziert die Strategie und die wichtigsten Ziele in dem „Raumbild Wirtschaft und Arbeit“.

Gute Aussichten

Die Perspektive für die Region sind gut, denn im indeland gibt es neben der Braunkohleindustrie schon heute eine Reihe von Unternehmen, die sich mit innovativen Zukunftsthemen befassen. Dazu zählen vor allem das Forschungszentrum Jülich (FZJ) mit Schwerpunkten in den Bereichen Energie und Bioökonomie, das DLR-Institut für Solarforschung sowie das Aldenhoven Testing Center (ATC), auf dessen Teststecke auch selbstfahrende Autos erprobt werden können.

Davon abgesehen profitiert das indeland generell von seiner verkehrsgünstigen Lage zwischen der StädteRegion Aachen und der Region Köln/Bonn. Beide Ballungsräume sind durch ein anhaltendes Wachstum gekennzeichnet und können Unternehmen nur noch begrenzt Gewerbeflächen für Neuansiedlungen oder Erweiterungen von Betrieben anbieten. Zudem sind die Grundstücke dort vergleichsweise hochpreisig. Tatsächlich sorgt die Flächenknappheit in den Metropolen schon heute für steigende Nachfrage auch im indeland. 

Neue Gewerbeflächen

Die Kommunen im indeland haben auf diese Entwicklung bereits reagiert. Gemeinsam gründen sie interkommunale Gewerbegebiete, die sich in das Netzwerk der bereits bestehenden Wirtschaftsstruktur in der Region einfügen und diese sinnvoll ergänzen. Aktuelle Beispiele sind der Brainergy Park Jülich und das „Faktor X“-Gewerbegebiet in Langerwehe. Die Themen Energie, Ressourcen, Landwirtschaft und Mobilität bilden dabei auch in Zukunft die wirtschaftlichen Schwerpunkte des indelandes.

Die große Überschrift der Gewerbeentwicklung im indeland lautet „Industriedrehkreuz Weisweiler – Inden und das Satellitensystem“, denn der Kraftwerksstandort wird – neben Jülich – der zweite Nukleus der regionalen Wirtschaft sein. Das Satellitensystem beschreibt dabei das Industrie- und Gewerbegebiet Weisweiler in Verbindung mit den geplanten Industrie- und Gewerbegebieten in Aldenhoven, Jülich, Langerwehe, Eschweiler und Stolberg (StädteRegion Aachen). Jeder dieser Satelliten hat eine andere thematische Ausrichtung (siehe Grafik). Gerade für Gewerbegebiete außerhalb der Ballungsräume ist eine solche Profilierung wichtig, da mit ihr die Erfolgsaussichten bei der Vermarktung der Flächen steigen.

Passend zu den aktuellen Entwicklungen und Trends haben die Kommunen für den Fachbeitrag 2.0 vierzehn Ziele im „Raumbild Wirtschaft und Arbeit“ formuliert. Aus ihnen ergibt sich ein stimmiges und kommunal abgestimmtes Gesamtbild der künftigen Entwicklung des Wirtschaftsstandortes indeland.

•             Ziel 1 – Eschweiler: Die Flächen im direkten Kraftwerksumfeld Weisweiler und im zeitlich späteren Verlauf die Fläche des Kraftwerkstandorts selbst sind langfristig für die Erweiterung des Industriedrehkreuzes Weisweiler zu sichern.

•             Ziel 2 – Eschweiler: Die Flächen an der L240, nordöstlich der Ortschaft Kinzweiler, sind aufgrund der idealen Anbindung zur A4 und A44 für eine gewerbliche Entwicklung zu sichern.

•             Ziel 3 – Langerwehe: Der Bereich zwischen A4 und B264, entlang der L12n, hat eine hohe Eignung für transportaffine Unternehmen und ist Teil des „Satellitensystems“. Die interkommunale Beteiligung von indeland-Kommunen wird für die weitere Entwicklung angestrebt.

•             Ziel 4 – Inden: Der Bereich der Goltsteinkuppe mit der Orientierung zum späteren Indesee ist langfristig für die touristische Nutzung zu sichern.

•             Ziel 5 – Inden: Die Vorbereitung und Inwertsetzung für touristische Bedarfe entlang der Seekante mit den Schwerpunkten im Süden (Bereich Inden-Düren) sowie bei Schophoven sind gemäß des „Braunkohlenplans Inden II“, des „Rahmenplans Indesee“ und des „Rahmenplans Indesee – Zwischennutzungskonzept“ sicherzustellen.

•             Ziel 6 – Inden: Die vielfältigen Nutzungsoptionen des Seeumfelds für eine flexible Nutzung für Forschen, Freizeit, Arbeiten und Wohnen sowie Mischformen davon sind für die Zukunft offenzuhalten und zu entwickeln.

•             Ziel 7 – Niederzier: Die Korridore für Verbindungen zwischen den zukünftigen Seen Inden und Hambach in Form von Grünzügen sowie Wander-, Rad- und evtl. auch Wasserwegen sind für die touristische Entwicklung zu sichern.

•             Ziel 8 – Niederzier: Eine Fortentwicklung der Gewerbestandorte soll in interkommunaler Zusammenarbeit erfolgen und eine weitere Beteiligung durch Flächeneinbringung für den Brainergy-Park (mit Jülich und Titz) stattfinden. Die Erweiterungsflächen des Gewerbegebietes Huchem-Stammeln in östlicher Richtung entlang der A4 sind zu sichern (mit Düren).

•             Ziel 9 – Linnich: Die Flächen zur Erweiterung des vorhandenen Gewerbegebietes „Im Gansbruch“ in Richtung B57 sind für die langfristige Entwicklung zu sichern.

•             Ziel 10 – Linnich: Die interkommunale Erweiterung der Gewerbegebiete Campus Aldenhoven (mit Aldenhoven und Baesweiler) oder – nachgeordnet – der „Merscher Höhe“ (mit Jülich) oder die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes im Bereich der L226/366 (mit Titz) sind als Optionen zu sichern.

•             Ziel 11 – Aldenhoven: Die Flächen zur langfristigen Entwicklung des Satelliten Campus Aldenhoven mit dem Schwerpunkt Automotive und Forschung sind in unmittelbarer Nähe zum Aldenhoven Testing Center in der Orientierung Richtung Baesweiler und Linnich zu sichern. Die Entwicklung des Campus Aldenhoven ist ein Baustein für die Beantwortung von Mobilitätsfragen der Zukunft. Als Alternative zu einer zukünftigen Erweiterung des Campus Aldenhoven bzw. bei unzureichendem Flächenangebot ist die Beteiligung an der interkommunalen Erweiterung des Gewerbeparks Alsdorf-Hoengen auf das Gebiet der Gemeinde Aldenhoven zu ermöglichen.

•             Ziel 12 – Aldenhoven: Die Flächen in Ortsrandlage von Aldenhoven mit guter Anbindung an die A44 sowie die Flächen zur Erweiterung des Industriegebietes Aldenhoven-Ost zu einem interkommunalen Industriegebiet mit Jülich sind zu sichern.

•             Ziel 13 – Jülich: Für die bedeutende (gesellschaftliche) Rolle in der bundesweiten Energiewende durch die Forschungslandschaft im indeland und den innovativen Brainergy-Park ist langfristig die Erweiterung der „Merscher Höhe“ für Industrie- und Gewerbeansiedlungen in Richtung Norden zur A44 und B55 bzw. Richtung Linnich zu sichern.

•             Ziel 14 – Jülich: Bei der zukünftigen Beplanung des südlichen Stadtgebietes in unmittelbarem Umfeld der Forschungseinrichtungen und des Indesees ist eine moderne und flexible Mischnutzung von Forschen, Freizeit, Wohnen und Arbeiten zu sichern.

 

 

Dieser Blog-Artikel ist Teil einer Serie zum Fachbeitrag indeland 2.0:

1.            Fachbeitrag indeland 2.0 – Diese Ziele verfolgen die indeland-Kommunen

2.            Raumbild Wirtschaft und Arbeit – Neue Arbeitsplätze für die Region

3.            Raumbild Wohnen und Leben – Neue Lebensqualität am Seestandort 

4.            Raumbild Mobilität und Infrastruktur – Neue Verbindungen schaffen 

5.            Raumbild Freiraum und Landwirtschaft – Neue Perspektiven für Landschaft und Natur

 

Der komplette Fachbeitrag indeland 2.0 als Download:

www.indeland.de/downloads