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„Das indeland entwickelt Zukunftslösungen für die Bauindustrie“

Interview Ressourceneffizienz und Klimaschutz - 22.04.2020 09:12
„Das indeland entwickelt Zukunftslösungen für die Bauindustrie“

Strategien für einen ganzheitlichen Klimaschutz „Made in indeland“. Mit den Aktivitäten im Bereich Ressourceneffizienz stärkt die Entwicklungsgesellschaft die Position des indelandes als Pilotregion für ressourceneffizientes Bauen. Baufamilien, Bauträger und Planer können sich bei der Faktor X-Agentur der EwiG informieren, wie sich der Ressourcenverbrauch beim Bau privater und öffentlicher Gebäude um den Faktor X reduzieren lässt. Wir sprachen mit Agenturleiter Klaus Dosch, Projektmanager Ressourceneffizienz und Klimaschutz.

Herr Dosch, was haben Ressourceneffizienz im Bauwesen und Klimaschutz mit dem Strukturwandel im indeland zu tun?

Klaus Dosch: Im Rheinischen Revier darf nach dem Ende des Braunkohleabbaus mit einem erheblichen Siedlungswachstum gerechnet werden. Das gilt insbesondere auch für das indeland, wo diese Entwicklung zuerst stattfindet. Klar ist, dass der Siedlungszuwachs klima- und ressourcenschonend geschehen muss, wenn wir die CO₂-Minderungsziele einhalten wollen.

Was spricht dafür, dass das Siedlungswachstum tatsächlich stattfindet?

Klaus Dosch: Zum einen der enorme Siedlungs- und Preisdruck in den Großstädten Köln, Düsseldorf und Aachen. Zum anderen die Attraktivität unserer Region. Immer mehr Menschen sehen, dass sich diese Region enorm spannend entwickelt. Mit der Eifel im Süden und der künftigen Seenlandschaft wird die Region in Zukunft auch geografisch sehr reizvoll sein.

Warum ist Faktor X ein Zukunftsthema für die Region?

Klaus Dosch: Das indeland und das Rheinische Revier sind ein großer Experimentalraum. Hier können Lösungen für die Bauindustrie entwickelt und vervielfältigt werden, die Ausstrahlung und damit Geschäftsmodelle in ganz Deutschland ermöglichen. Die Pilotrolle in der Ressourcenwende beim Bauen ist damit ein Baustein des Strukturwandels im Rheinischen Revier.

Welche Rolle übernimmt die Faktor X-Agentur im Rahmen der wirtschaftlichen Transformation?

Klaus Dosch: Die EwiG treibt das Thema Ressourcenwende beim Bauen mit der Faktor X-Agentur aktiv voran. Und zwar auf vielfältige Weise. Zum einen konkret durch die Beratung von Baufamilien, Architekten und kommunalen Planern. Zum anderen verbreiten wir das Wissen über das Thema allgemein in der Öffentlichkeit, wo es auch aufgrund der gegenwärtigen Klimadiskussion auf breite Resonanz stößt. Damit tragen wir zu einer ­Profilierung der Region und zu einer entsprechenden Identifikation der Bevölkerung mit den Zielen der Transformation bei. Darüber hinaus leisten wir ab 2020 mit dem Projekt ReBau in Kooperation mit der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) einen inhaltlichen Beitrag zum Aufbau eines Kompetenzzentrums Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft Bau.

Welche Resonanz erhalten Sie schon heute auf Ihre Arbeit?

Klaus Dosch: Unser Bekanntheitsgrad hat 2019 enorm zugenommen, nicht nur innerhalb des indelandes und des Rheinischen Reviers. Ich telefoniere praktisch wöchentlich mit potenziellen Interessenten aus vielen Teilen Deutschlands. Darüber hinaus sind wir auch in der Richtlinienarbeit beim Verein der Deutschen Ingenieure (VDI) aktiv, der in sehr vielen technischen Bereichen den anerkannten Stand der Technik definiert. Durch diese Aktivität sichern wir die Qualität unserer Vorgehensweise ab, indem wir ganz vorne bei der Definition von Richtlinien dabei sind und nicht einfach nur auf von anderen gesetzte Trends reagieren.

Welche zukunftsweisenden Effekte werden durch Faktor X bereits erzielt?

Klaus Dosch: Den Aspekt „Lebenszyklus beim Bauen“ hatten bis vor Kurzem nur wenige auf der Agenda. Das hat sich durch unsere Arbeit geändert. Wir haben das Thema hier in der Region erfolgreich platziert. Heute gibt es ein wachsendes Interesse von Unternehmen. Zudem haben wir erstmals in Nordrhein-Westfalen ein Angebot für Recycling­beton geschaffen.

Wo sehen Sie das Thema Faktor X in zehn Jahren?

Klaus Dosch: Der Faktor X-Ansatz wird – zumindest im Rheinischen Revier – Bestandteil jedes Bebauungsplans sein. Zudem wird die hinter Faktor X stehende Herangehensweise die Energieeinsparverordnung (EnEV) beziehungsweise das geplante GebäudeEnergieGesetz des Bundes ablösen oder diese um die lebenszyklusweite Betrachtung des Ressourcenverbrauchs ergänzen.

 

Weitere Informationen zur Arbeit des Projektmanagements Ressourceneffizienz und Klimaschutz finden Sie im Jahresbericht 2019 der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH. www.indeland.de/downloads