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Stellungnahme zum Artikel "Faktor X zählt nicht für jeden Bauherrn", Eschweiler Zeitung vom 25.10.

05.11.2018 13:33
Stellungnahme zum Artikel "Faktor X zählt nicht für jeden Bauherrn", Eschweiler Zeitung vom 25.10.

Das indeland ist eine Pilotregion für ressourceneffizientes Bauen. Mit den Modellprojekten der Faktor X-Siedlungen  "Inden Seeviertel" und "Neue Höfe Dürwiß"  sind im indeland gleich zwei Leuchtturmprojekte in diesem Bereich entstanden. In den Faktor X-Siedlungen ist ausschließlich der Bau von Gebäuden gestattet, die mindestens eine Ressourcenreduzierung um den Faktor 2 erreichen.

Faktor X ist ein ganzheitlicher Ansatz zur Erhöhung der Ressourceneffizienz beim Bau, der den gesamten Lebenszyklus des Hauses berücksichtigt. Dadurch ergeben sich bislang ungenutzte Reduktionspotenziale. Um die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs um einen Faktor X zu erreichen, wird neben den Baustoffen auch die verwendete Heizenergie berücksichtigt. So ist der Einsatz einer Luft-Wärme-Pumpe, die mit erneuerbarer Energie betrieben wird, zwingend erforderlich. Mit der Verwendung von fossilen Brennstoffen, zu denen auch Erdgas gehört, ist ein Faktor 2 in der Regel nicht zu erreichen.

Im Eschweiler Baugebiet "Neue Höfe Dürwiß" hat nun ein Bauherr eine Gasleitung zu seinem Haus verlegen und eine Gastherme anschließen lassen. Dies führte nachvollziehbarerweise zu großem Unmut bei den anderen Bauherren, die sich an die Vorgaben für Faktor X gehalten haben. Die Eschweiler Zeitung berichtete.

In der Tat ist es einer Stadtverwaltung nicht möglich, die Art und Weise der Beheizung in einem verbindlichen Bebauungsplan festzulegen. Der Bebauungsplan regelt nur eine begrenzte Zahl an Sachverhalten (vgl. § 9 des Baugesetzbuchs (BauGB)); die Heizungsanlage gehört nicht dazu. Die einzige Regelungsmöglichkeit wäre der privatrechtliche Kaufvertrag zwischen Stadt und Bauherr gewesen. Bei den bisherigen Bauvorhaben hat man jedoch – bisher erfolgreich – auf den Konsens mit den Bauherren und das gemeinsame Ziel der Ressourcenschonung gesetzt.

Da es sich um Pilotprojekte handelt, müssen alle Beteiligten lernen, dass dies offenbar nicht ausreichend ist. Den Ärger derjenigen, die Faktor-x-gerecht gebaut haben, vermögen wir bestens nachvollziehen. Juristische Möglichkeiten, gegen die Gasversorgung vorzugehen, dürfte es aber tatsächlich nicht geben. Bei allen zukünftigen Projekten muss es im Kaufvertrag rechtlich bindende Auflagen geben, die regeln, dass die Faktor X-Vorgaben eingehalten werden müssen, damit es juristische Möglichkeiten gibt, gegen evtl. Verstöße vorzugehen. Die Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH wird hierzu gemeinsam mit den Kommunen entsprechende Regelungen erarbeiten.