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Städte und Gemeinden tauschen sich am zu neuer Baukultur im Revier aus

08.09.2021 16:09

Städte und Gemeinden tauschen sich am Indemann zu neuer Baukultur im Revier aus

Wie klimafreundlich ist eigentlich mein Haus? Die Antwort auf diese Frage ist in vielen Fällen wenig erfreulich: Rund ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland stammt aus dem Bausektor, selbst viele Neubauten haben ein Klimaproblem. Auch im Rheinischen Revier hinkt die Bau- und Gebäudewirtschaft den Klimazielen hinterher. Damit sich das ändert, wollen sich viele Kommunen in der Region jetzt besser miteinander vernetzen und austauschen. Ein neues Kompetenzzentrum soll sie dabei mit Wissen und Beratung unterstützen.

Ressourceneffizientes Bauen zählt zu den zentralen Themen des Strukturwandels im Rheinischen Revier:  Klaus Dosch, Jens Bröker (beide Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH), Dr. Julia R. Tschesche (Effizienz-Agentur NRW) und Bodo Middeldorf (Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH) wollen die Städte und Gemeinden in der Region dazu besser miteinander vernetzen. Foto: Julia Holland

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung trafen sich am Mittwoch (7. September) am Indemann zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Kommunen im Rheinischen Revier – Wie bauen wir heute und morgen?“. Eingeladen hatte die Faktor X Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH zusammen mit dem Projekt ReBAU, das von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier geleitet wird. Die Abkürzung ReBAU steht für Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft – und genau dazu gab es an dem Abend auch vielfältige Impulse.

„Der Klimawandel erfordert ein Umdenken in der Bauwirtschaft“, betonte Jens Bröker, Geschäftsführer der indeland GmbH. „Die Kommunen haben hier eine besondere Verantwortung, da sie die Rahmenbedingungen neuer Bauvorhaben mitgestalten können.“ Wie das funktioniert, zeigten zum Beispiel die Stadt Eschweiler und die Gemeinde Inden, die Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit bei der Ausweisung neuer Baugebiete bereits erfolgreich umsetzen.

Wenn es um Klimaschutz und Ressourceneffizienz geht, dann sind die Häuser in den sogenannten Faktor X-Baugebieten in beiden Kommunen um einen Faktor X besser als vergleichbare Gebäude. Der Grund dafür ist eine intelligente Planung, bei der zum Beispiel vorrangig klima- und ressourcenfreundliche Materialien oder recycelte Baustoffe verwendet werden. Von dem Wissen und den Erfahrungen, die hierzu in der Faktor X Agentur und bei ReBAU gesammelt und gebündelt werden, sollen künftig alle Städte und Gemeinden im Rheinischen Revier profitieren.

„In der Bauwirtschaft gibt es große Potenziale mit Blick auf die CO2-Einsparung. Im Rheinischen Revier ist das Thema deshalb ein zentrales“, bekräftigte Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH. „Mit der beabsichtigten Gründung einer Kompetenzagentur zur Ressourcenschonung beim Bauen leisten die Tagebauumfelder einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Region.“

Die gemeinsame Absichtserklärung zu dem neuen Kompetenzzentrum will indeland-Geschäftsführer Bröker am Freitag (10. September) mit seinen beiden Kollegen aus Garzweiler und Hambach unterzeichnen. Für Klaus Dosch, den Leiter der Faktor X Agentur und Initiator von ReBAU, beginnt damit ein neues Kapitel in der regionalen Bauwirtschaft. Das Vorbild für das Kompetenzzentrum ist die Effizienz-Agentur NRW, die seit den 90er-Jahren Unternehmen und Institutionen berät. Im Rahmen der Veranstaltung am Indemann informierte Dr. Julia R. Tschesche, stellvertretende Leiterin der vom Land getragenen Einrichtung über die Schwerpunkte und Zusammenhänge ihrer Arbeit.

„So wie heute Energieeffizienz vollkommen selbstverständlich ist, wird es künftig auch die Ressourceneffizienz sein“, sagt Dosch, der seit über 20 Jahren für ein Umdenken im Bausektor wirbt. „Wenn wir die Klimaziele tatsächlich erreichen wollen, müssen sich Bauweisen, Baustoffe und Kreisläufe ändern.“