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Das Rheinische Revier startet mit zwei Pilotprojekten zum ressourcenschonenden Bauen in die Bauwende

ReBAU und ReNeReB schaffen regionales Kompetenznetzwerk für ein ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauwesen - 02.06.2020 11:14
Das Rheinische Revier startet mit zwei Pilotprojekten  zum ressourcenschonenden Bauen in die Bauwende

Das Rheinische Revier startet mit zwei Pilotprojekten
zum ressourcenschonenden Bauen in die Bauwende

ReBAU und ReNeReB schaffen regionales Kompetenznetzwerk für
ein ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauwesen

Im Rahmen der Förderprojekte „Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft“ (ReBAU) und „Regionales Netzwerk Ressourceneffizientes Bauen“ (ReNeReB) entsteht im Rheinischen Revier ein Kompetenzzentrum für ein ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauwesen. Die gemeinsame Auftaktveranstaltung beider Projekte findet am 22. Juni als online durchgeführtes Kick-off-Event statt, mit Beteiligten aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Verwaltung, die an diesem Zukunftsthema mitwirken. Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Frau Ursula Heinen-Esser hat ihre Teilnahme an der Startveranstaltung bereits zugesagt. Gefördert werden die Projekte durch den Euro­päischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (ReBAU) bzw. das Bundes­modellvorhaben „Unternehmen Revier“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) (ReNeReB).

Der Bausektor als einer der großen CO2-Produzenten birgt auch im Rheinischen Revier zahlreiche Potenziale: Durch eine ganzheitliche Betrachtung von Gebäuden über deren gesamten Lebenszyklus und eine intelligente Wahl von Rohstoffen und Baukonstruk­tionen lassen sich in der Region ca. 630.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Ressourceneffizientes Bauen kann folglich einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung der Klima­schutzziele des Bundes leisten. Durch ReBAU und ReNeReB wird daher zusammen mit unterschiedlichen Akteuren auf neue Lösungen hingearbeitet, um heimische und importierte Ressourcen intelligenter einsetzen zu können. Hierdurch soll die leistungsfähige Bauwirtschaft im Rheinischen Revier und in Nordrhein-Westfalen bei der Gewinnung von zukunftsfähigen Wettbewerbsvorteilen unterstützt werden.

ReBAU hat zum Ziel, den Bausektor im Sinne einer Ressourcenwende zu revolutionieren, beispielsweise durch den Einsatz von neuen kreislaufgerechten Bauprodukten und die Schaffung einer Rohstoffbörse. Dazu wird ein regionales Kompetenzzentrum für ein ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauwesen etabliert, das Fachwissen aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung sowie Kreisen und Kommunen mobilisiert. Modellhaft werden Siedlungskonzepte entwickelt, bei denen sich die Menschen in der Region mit Lösungsansätzen aus eigenen Bauvorhaben einbringen können. Vorplanungen für ein proto­typisches Quartier beschleunigen eine ressourceneffiziente Siedlungstätigkeit im Rheinischen Revier, die auch zur Entlastung der Rheinschiene beiträgt. Darüber hinaus fördert ein Innovation-Scouting die Entwicklung und Umsetzung grundlegend neuartiger Bauweisen, die auf Kreislaufprinzipien basieren. ReBAU aktiviert so bislang kaum wahrgenommene Innovations­potenziale für kostenneutralen Klimaschutz. Das Projektteam besteht aus der Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH, der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML sowie der Bimolab gGmbH.

Im Rahmen von ReNeReB wird ein regionales Expertennetzwerk für ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauen entstehen, das es den Kommunen im Rheinischen Revier ermöglicht, ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauen als allgemeinen Standard zu etablieren. Neben regelmäßigen Veranstaltungen mit unter­schiedlichsten Themenschwer­punkten wird eine Website als Informationsplattform aufgebaut, die Zugriff zu drei Daten­banken bietet: ein Verzeichnis an Baubeteiligten wie Architekten, Fachplanern, Ingenieuren, Bauunternehmen, Handwerkern und Baustoff­händlern, eine Auflistung an klima­freundlichen alternativen Baustoffen sowie vorbildliche Praxisbeispiele („Best Practices“). Die besten Objekte werden regelmäßig prämiert. Das Projektteam vereint Fachleute aus Lehre, Forschung und Praxis. Es besteht aus dem Institut für Rezykliergerechtes Bauen der RWTH Aachen, dem Kompetenz­netzwerk für innovatives Bauen, AACHEN BUILDING EXPERTS e.V. (ABE) und der Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH.

Die Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH wendet die ressourceneffiziente Bauweise bereits in mehreren Pilot­projekten im Rheinischen Revier an. Durch eine gezielte Bauberatung und das selbst entwickelte, europaweit einzigartige Klima- und Ressourcenschutz-Tool (KuRT), das einfach und internetbasiert berechnet, wie klima- und ressourcenschonend ein Bauvorhaben ist, konnte in ersten Baugebieten eine Halbierung des Ressourcen­verbrauchs gegenüber aktuell konventionell errichteten Einfamilienhäusern erreicht werden. Weitere Ansatzpunkte ergeben sich beim Rückbau von Gebäuden, die aufgrund des Strukturwandels nicht mehr benötigt werden und als Rohstoffreserven genutzt werden können. Hierzu haben die Entwicklungs­gesellschaft indeland und die Zukunftsagentur Rheinisches Revier in den vergangenen Jahren bereits gemeinsam verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht.

Foto: ©tl6781 - stock.adobe.com (06.03.20 10:09)