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11.03.2024

Gut Müllenark: Wann endet der Dornröschenschlaf?

Es gilt als Perle zwischen Indesee und Rurauen, als die Premium-Immobilie in Inden-Schophoven. Von der Geschichte fast vergessen, soll das barocke Gut Müllenark bald eine Hauptrolle im Strukturwandel spielen. Seine Zukunft? Vielleicht ein Wellness- oder Konferenzhotel, nur 500 Meter von der künftigen Marina entfernt.
Gut Müllenark aus der Vogelperspektive

Aus der Luft betrachtet fällt sofort auf: Die künftige Entwicklung des Indener Ortsteils Schophoven ist auf den Indesee ausgerichtet. Besonders markant: Die große Freifläche zwischen Gut Müllenark und dem Tagebau. In dieser „Sichtachse“ soll in den nächsten Jahren eine Parkanlage entstehen, die das 350 Jahre alte Gemäuer mit dem späteren Seeufer verbindet.

Damit rückt Gut Müllenark mehr und mehr in den Fokus von Investorinnen und Investoren. Wenn in wenigen Jahren die Befüllung des Indesees startet, könnte hier ein touristischer Anziehungspunkt entstehen. Ob Indesee, Rurauen, Sophienhöhe, Brückenkopf-Park oder Freizeitzentrum Indemann – von Gut Müllenark sind alle indeland-Highlights schnell zu erreichen. Mit dem Fahrrad sind es nur zehn Minuten bis zum Haltepunkt der Rurtalbahn in Krauthausen.

Schöne Aussichten, das wird auf Anhieb klar. Doch noch steckt Gut Müllenark im Dornröschenschlaf. Seit Jahren ist hier kaum etwas passiert. Das Haupthaus des Guts wurde bereits vor gut 100 Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Ställe, in den einst Schweine grunzten und Kälbchen ihre ersten wackeligen Schritte ins Leben machten, sind verwaist. Die Düngergrube ist leer. Gewirtschaftet wird hier schon lange nicht mehr. Ein Landwirt lagert in einem Gebäude Heu und Stroh und stellt vorübergehend sein Vieh hier unter. Auch einige Indener Vereine nutzen das Gut als Lager, etwa für ihre Karnevalswagen. Die meisten Räume stehen allerdings leer.

Die imposante Vorburg befindet sich allerdings in einem guten baulichen Zustand. Gut Müllenark, das sich im Besitz von RWE Power befindet, ist kein „Lost Place“, der dem Verfall preisgegeben wurde. Beeindruckend sind vor allem die vielen kunstvoll gemauerten Kreuzgewölbe. Wer hier beispielsweise bei einem Tag des Offenen Denkmals einmal durchgegangen ist, wird selbst schon gedacht haben: Daraus kann man doch etwas machen! Seit Längerem wird überlegt, wie das Gut künftig genutzt werden kann. Im Jahr 2017 war die Entwicklung und touristische Inwertsetzung von Gut Müllenark eines der Leitprojekte des Dorfinnenentwicklungskonzepts (DIEK) für Schophoven.

Der Torbogen über der Einfahrt zum Gut Müllenark
Die Hofanlage ist in U-Form angelegt. Im Hintergrund sieht man den heutigen Tagebau Inden.
Barocke Anlage aus dem Jahr 1670

Die baulichen Voraussetzungen für eine neue Nutzung, die Gut Müllenark wieder zu neuem Leben erweckt, sind nicht schlecht: Die denkmalgeschützte Vorburg ist ein repräsentatives Gebäude – vor allem durch ihre 85 Meter breite Westfront, in deren Mitte sich eine Tordurchfahrt befindet. Die lateinische Inschrift darüber besagt. „Im Jahre 1670, am 21. April, haben der wohledle und gestrenge Herr Johann Wilhelm Freiherr von Metternich (...) als auch die wohledle Herrin Maria Mechthilde von Orsbeck diesen Bau begonnen.“

Die Außenfronten des Guts sind einheitlich aus Backstein. Die Innenseiten sind als Kontrast dazu weiß geschlämmt. Der Innenhof besitzt ein Natursteinpflaster. Das Gut besitzt noch ältere Fundamente, die bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen.

Vielfältige Nutzungen denkbar

Jetzt besteht die Hoffnung, dass wieder neues Leben ins Gut einzieht. Erste Überlegungen gehen dahin, die repräsentative Anlage als Seminargebäude, Restaurant, Hotel oder als Veranstaltungsort zu nutzen. Auch der Umbau zu Wohneinheiten oder als Standort für einen Einzelhandelsbetrieb ist denkbar, ebenso eine Kombination dieser Nutzungsmöglichkeiten. Eine Bedarfs- und Machbarkeitsstudie hat verschiedene Optionen aufgezeigt, die für wirtschaftlich gehalten werden. Am wahrscheinlichsten ist wohl ein Betrieb als Hotel und Restaurant. Arbeit, Freizeit und Genuss sollen dann hier im Mittelpunkt stehen. RWE hält die Augen und Ohren offen, um die Entwicklung dieses ganz besonderen Objekts im indeland voranzutreiben. Wenn es mit dem Indesee in wenigen Jahren konkret wird, dürfte es mit jedem Meter Füllhöhe leichter fallen, Investierenden den Erwerb und den kostspieligen Umbau dieses Guts schmackhaft zu machen. Wünschenswert ist, dass es in seiner neuen Nutzung dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Dann kann das Gut Müllenark zu einem Treffpunkt mit Strahlkraft für die ganze Region werden und diese „Perle zwischen Indesee und Rurauen“ im indeland wird wieder glänzen.

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